Ebola-Einsatz in Westafrika : Bundeswehr schickt nicht nur Freiwillige

Das Verteidigungsministerium sagt, nur für Soldaten, die direkt mit Ebola-Patienten in Kontakt kommen, gilt das Prinzip der Freiwilligkeit. Nicht alle Soldaten sind damit einverstanden.

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Soldaten der Bundeswehr und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes richten in Monrovia ein Ebola-Behandlungszentrum ein.
Soldaten der Bundeswehr und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes richten in Monrovia ein Ebola-Behandlungszentrum ein.Foto: AFP

Die Bundeswehr schickt nicht nur Freiwillige in den Sondereinsatz zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika. Dies bestätigte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos am Dienstag dem Tagesspiegel. Bei den „befohlenen“ Kräften, wie es heißt, handele es sich um Unterstützungssoldaten, die unter anderem die medizinische Versorgung der freiwilligen Ebola-Helfer sicherstellen sollen. Der Sprecher sagte, solche Unterstützungskräfte würden für jeden Einsatz von Soldaten gebraucht.

Mehr Befohlene als Freiwillige

Derzeit sind nach Angaben des Führungskommandos 50 Bundeswehrsoldaten in Westafrika, nur 17 davon sind Freiwillige. Zu den Unterstützern zählen beispielsweise 28 Soldaten, die eine Luftbrücke in die von Ebola betroffenen Staaten betreiben, zwei weitere verstärken die deutsche Botschaft in Monrovia, der Hauptstadt Liberias. Weitere Soldaten sollen noch in dieser Woche ausreisen.

Soldaten fühlen sich getäuscht

Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, es sei nie geplant gewesen, bei diesen Funktionen ebenfalls auf Freiwilligkeit zu setzen. Doch die „Befohlenen“ sehen das anders. Ende der Woche soll ein Team, bestehend aus einem Arzt und sechs Rettungsassistenten nach Monrovia fliegen, um die freiwilligen Ebola-Helfer dort medizinisch zu betreuen. Sie berufen sich darauf, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zugesagt habe, nur Freiwillige in den Ebola-Einsatz zu senden und haben nach Tagesspiegel-Informationen daher in der Einsatzvorbereitung zu Protokoll gegeben, dass sie nicht freiwillig nach Westafrika reisen.

Leyen hat Unterstützer gar nicht erwähnt

Tatsächlich hatte Leyen in ihrem Tagesbefehl vom 22. September militärische und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr aufgerufen, sich freiwillig für einen humanitären Einsatz in den Ebola-Gebieten zu melden. Neben Ärzten und Pflegern, die direkt Ebola-Patienten behandeln sollen, werde auch nichtmedizinisches Personal zum Betrieb der geplanten deutschen Krankenstation in Liberia gesucht, heißt es darin. Das Unterstützungspersonal wird in dem Tagesbefehl nicht erwähnt.

Der Wehrbeauftragte führt Gespräche

Inzwischen befasst sich auch der Wehrbeauftragte des Bundestages mit dem Fall des Unterstützerteams, das in Monrovia in einem Hotel Quartier beziehen soll. Öffentlich äußern will er sich dazu zunächst nicht.uls

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