Politik : Ehrenspalier am Rollfeld

Yuriko Wahl

Es war ein bitterer Moment am Samstagabend in Köln. Als die Särge mit den Leichen der in Kabul tödlich verunglückten zwei deutschen und drei dänischen Soldaten aus dem Airbus gehoben wurden, wirkten die Gesichter ihrer Angehörigen und Kameraden so düster wie der Himmel. Während einer kurzen Trauerfeier am Rande des Rollfeldes auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln-Wahn gedachte der katholische Militärdekan Rainer Schadt mit einem Gebet der Getöteten. 30 Soldaten hatten die Särge durch ein Ehrenspalier hinter das Flugzeug getragen, wo eine kleine Gruppe von Trauergästen wartete. Auf den Särgen, die in die dänische und deutsche Flagge gehüllt waren, lagen die Helme der getöteten Soldaten.

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An der Trauerfeier am Flughafen nahmen neben den engsten Angehörigen auch der Inspekteur des deutschen Heeres, Generalleutnant Gert Gudera, und sein dänischer Kollege, Jan Scharling, teil. Der Kommandeur des deutschen Schutztruppen-Kontingents in Afghanistan, General Carl-Hubertus von Butler, hatte die Toten an Bord des Flugzeugs begleitet.

Die beiden getöteten Soldaten, die Spezialisten der Kampfmittelbeseitigungskompanie im niedersächsischen Munster waren, wurden 27 und 29 Jahre alt. Mit zwei Leichenwagen wurden sie nach der Trauerfeier in ihre Heimatorte überführt. Die drei dänischen Opfer brachte eine Herkules-Maschine zu ihren Familien in die Heimat.

Nahe Kabul war bereits vor dem Abflug eine bewegende Trauerfeier für die Opfer abgehalten worden. General von Butler sagte, die toten Kameraden seien Teil einer Mission gewesen, die dazu beitrage, dass Afghanistan wieder eine Zukunft in Frieden gewinnen könne. Dabei sei die Entschärfung und Beseitigung von Waffen von größter Bedeutung, um Menschen vor Verletzungen oder Tod zu schützen. Afghanistan gilt nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg als das am meisten mit Minen bestückte Land. Butler sagte, der Einsatz würde auch im Namen der Toten fortgesetzt.

John McColl, britischer Kommandeur der Schutztruppe, sprach von einem tragischen Vorfall, der alle in der Truppe bewegt habe. "Diejenigen, die für das gefährliche Geschäft der Kampfmittelbeseitigung zuständig sind, sind in der Tat die Tapfersten der Tapferen." An der Feier nahmen deutsche, dänische und österreichische Soldaten der Schutztruppe teil, die alle gemeinsam auf dem Stützpunkt untergebracht sind. Während der Trauerfeier brachen zwei deutsche Soldaten zusammen. In der Garnisonsstadt Munster soll in den nächsten Tagen ein Gedenkgottesdienst für die Getöteten abgehalten werden.

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