Politik : "Ein Anthrax-Brief kann Post verseuchen"

Zwischen den Anschlägen vom 11. September und den Milzbrand-Fällen in den USA gibt es nach Angaben der Ermittler weiter keine nachgewiesene Verbindung. Das FBI teilte in Washington mit, in den von den zwei mutmaßlichen Attentätern, Mohamed Atta und Waleed Alshehri, gefahrenen Autos seien keine Anthrax-Sporen gefunden worden. Die Zahl der Milzbrand-Fälle in den USA stieg unterdessen auf 17. Zum Thema Foto-Tour: Weltweite Angst vor Milzbrand
Online Spezial: Bio-Terrorismus Eine 61-jährige Krankenhausangestellte aus New York starb am Mittwoch nach Angaben mehrerer TV-Sender. Sie war die erste Person, die außerhalb des Personenkreises von Medien- und Postangestellten mit dem gefährlichen Lungen-Milzbrand infiziert wurde. Aus Wien verlautete am Mittwoch, dass Ärzte einer dortigen Klinik per Zufall die Wirkung eines sonst allgemein verwendeten Desinfektionssprays als ein Anti-Anthrax-Mittel endeckt hätten. Der Milzbrand-Erreger werde damit auf allen Oberflächen in Sekunfenschnelle unschädlich gemacht hieß es am Mittwoch.

US-Experten zeigten sich indes überrascht von der Ausbreitung der Milzbrand-Erreger. Die Gesundheitsbehörde CDC rückte nach dem jüngsten New Yorker Todesfall von ihrer Einschätzung ab, dass eine zufällige Ansteckung praktisch ausgeschlossen sei. Mit der "Kreuz-Kontaminierung" ist ein Vorgang gemeint, in dem ein nicht verseuchter Brief in einem Postzentrum Milzbrandsporen aufnimmt und weiter trägt.

Die US-Regierung verteidigte indes ihre allgemein gehaltene Warnung vor möglichen, unmittelbar bevorstehenden Terroranschlägen. Die entsprechenden Informationen stammten aus Geheimdienstquellen in Afghanistan und von bekannten Persönlichkeiten des Terrornetzwerks Al Qaida. In den USA wurde vorsorglich der Luftraum im Bereich aller 86 Atomkraftwerke des Landes weiträumig gesperrt.

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