• EIN JAHR NACH DEM TSUNAMI AM 26. DEZEMBER Was damals geschah – und wie die Deutschen helfen

Politik : EIN JAHR NACH DEM TSUNAMI AM 26. DEZEMBER Was damals geschah – und wie die Deutschen helfen

-

MALAYSIA

Tote: 68

Zweieinhalb Stunden nach dem Seebeben traf die Flutwelle auf Malaysia. Ihre Wucht wurde durch die im Westen liegende Insel Sumatra abgeschwächt. Dennoch war der Tsunami die bisher schlimmste Naturkatastrophe in Malaysia. 8700 Menschen verloren ihre Häuser, der Schaden geht in die Millionen.

Quellen: UN, Weltbank. Zusammengestellt von

Philipp Lichterbeck und

Johannes Christ.

INDIEN

Tote: 10 881

Vermisste: 5 792

Betroffene : 2 700 000

In Indien überrollte der Tsunami eine halbe Stunde nach dem Seebeben einen Küstenstreifen von 2260 Kilometer Länge. Rund 650 000 Menschen, die meisten Fischer, verloren ihre Lebensgrundlagen, 900 Dörfer waren betroffen, 150 000 Häuser wurden zerstört oder beschädigt. 75 Prozent der Toten waren Frauen und Kinder. Bisher wurden 2,46 Milliarden Euro an Wiederaufbauhilfe bereitgestellt. 1,56 Milliarden kamen von der indischen Regierung.

SOMALIA

Tote und Vermisste: 298

Umgesiedelte: 5000

Somalia war das vom Tsunami am stärksten betroffene Land Afrikas. Die Flutwelle traf rund sieben Stunden nach dem Beben auf die Küste und zerstörte 1400 Häuser und 600 Fischerboote. 50 Prozent der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten mussten bis zur Fischfangsaison im Oktober 2005 durch Hilfslieferungen unterstützt werden. Somalia hat bisher 5,3 Millionen Euro Hilfe von den UN erhalten.

BIRMA

Tote: 90

Über die Folgen für Birma, dessen Küste zweieinhalb Stunden nach dem Beben getroffen wurde, ist wegen der Zensurpolitik des Militärregimes wenig bekannt. Es wird vermutet, dass die Regierung die Opferzahlen untertrieb. Das World Food Programm der UN geht von hunderten von toten Fischern aus.

THAILAND

Tote: 5 395

Vermisste: 2817

Umgesiedelte : 6 000

In Thailand traf der Tsunami rund 15 Minuten nach dem Beben auf die Strände. 7500 Fischerboote wurden zerstört, fast 5000 Häuser. Auch die für die Region wichtige touristische Infrastruktur wurde erheblich beschädigt. Rund 120 000 Angestellte des Tourismussektors verloren die Arbeit. Schäden und Verluste belaufen sich auf rund 2,45 Milliarden Euro. Die Vereinten Nationen haben dem Land 20,63 Millionen Euro Aufbauhilfe gezahlt und rund 40 Millionen Euro zusätzlich versprochen.

MALEDIVEN

Tote: 82

Vermisste : 26

Der 700 km/h schnelle Tsunami erreichte die Inselgruppe viereinhalb Stunden nach dem Beben. Das beliebte Reiseziel litt in der Folge im Jahr 2005 unter einem Besucherrückgang von 41 Prozent. Ein Fünftel der Arbeitsplätze sind in der Tourismusbranche angesiedelt Die Regierung gibt den Verlust mit 226 Millionen Euro an. Das Land mit 270 000 Einwohnern erhielt 295 Millionen Euro Aufbauhilfe.

SRI LANKA

Tote: 35 322

Vermisste: 4093

Umgesiedelte: 516 150

Eine halbe Stunde nach dem Seebeben vor Sumatra rollte der Tsunami über die Ostküste Sri Lankas hinweg. Der Inselstaat wurde neben Indonesien am härtesten von der Welle getroffen. Fast 90 000 Häuser wurden zerstört, der Schaden wird auf 1,7 Milliarden Euro geschätzt. Sri Lanka bekam bisher 3,34 Milliarden Euro an Hilfsgeldern. 95 Prozent der Schulkinder in den betroffenen Regionen gehen wieder in den Unterricht.

INDONESIEN

Tote: 131 934

Vermisste: 25 016

Umgesiedelte : 572 126

Die Flutwelle traf Indonesien von allen Ländern am härtesten. 15 Minuten nach dem Beben um 7 Uhr 59 Ortszeit (1 Uhr 59 MEZ) überrollte sie die nördliche Provinz Aceh und zerstörte die Lebensgrundlage von 600 000 Menschen sowie 141 000 Häuser. Das Land hat 7,35 Milliarden Euro Aufbauhilfe erhalten. 10 000 Häuser wurden gebaut. 6000 neue Fischerboote werden noch benötigt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar