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Enges Verhältnis zu Putin : Russische Staatsbürgerschaft: Philosoph Glucksmann attackiert Depardieu

03.01.2013 22:17 Uhrvon

UpdateÜber die Verleihung der russischen Staatsbürgerschaft an seinen Landsmann Gérard Depardieu findet der französische Philosoph André Glucksmann im Gespräch mit dem Tagesspiegel deutliche Worte. Depardieu lobt derweil die "große Demokratie" in Russland.

Der französische Schauspieler Gérard Depardieu ist jetzt Russe.Bild vergrößern
Der französische Schauspieler Gérard Depardieu ist jetzt Russe.

„Ich schäme mich für ihn“, sagte Glucksmann dem Tagesspiegel. Seine Kritik richte sich erst in zweiter Linie darauf, dass Depardieu versuche, dem Fiskus zu entkommen. „Millionen Europäer denken ähnlich – auf ihrer jeweiligen finanziellen Stufe“, sagte Glucksmann. "Das ist nicht der Grund, warum ich mich für ihn schäme." Vielmehr werfe er dem Filmstar  vor, sowohl mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin als auch mit dem umstrittenen Machthaber der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, ein enges Verhältnis zu pflegen. Depardieu erhalte „Geld vom obersten Folterer Tschetscheniens, und jetzt bekommt  er auch noch auf die außergewöhnliche Anweisung Putins hin einen Pass“, kritisierte der 75-jährige Philosoph.

Angesichts der harten Urteile gegen die Punkband Pussy Riot und Russlands Unterstützung für das Regime des syrischen Machthabers Baschar al Assad sagte Glucksmann, er hoffe, „dass Gérard Depardieu die Gelegenheit ergreifen wird, um mit Putin zu brechen“. Er warf dem Schauspieler vor, geschwiegen zu haben, als die Mitglieder der Punkband inhaftiert worden seien. Zudem unterstütze Putin den syrischen Staatschef Assad, der seine eigene Bevölkerung bombardiere. "Dies müsste Gérard Depardieu eigentlich dazu veranlassen, sich zu weigern, die Verbrechen von Putin und Assad weißzuwaschen und statt dessen zu protestieren", sagte Glucksmann weiter.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte dem Schauspieler per Dekret die russische Staatsbürgerschaft verliehen, wie der Kreml in Moskau am Donnerstag erklärte. Depardieu will wegen der hohen Steuern Frankreich verlassen und hatte damit den Zorn der regierenden Sozialisten auf sich gezogen. Depardieu ist in Russland sehr populär, auf Filmfestivals ist er als Jury-Mitglied ein gern gesehener Gast. Immer wieder tritt er auch in russischen Werbespots auf, etwa für eine Bank oder eine Ketchup-Marke.

Depardieu äußerte sich in einem im russischen Fernsehen verbreiteten Schreiben erfreut über den positiven Bescheid auf seine entsprechende Anfrage. Er erklärte seine Zuneigung für Putin und die „große Demokratie“ in Russland. Ein Putin-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Interfax, die Verleihung der Staatsbürgerschaft an Depardieu sei durch dessen „wichtigen Beitrag“ für die „nationale Kultur und das Kino“ Russlands motiviert.
In seinem Schreiben, dass im russischen Fernsehen auf Französisch veröffentlicht wurde, schrieb Depardieu, in Russland lasse es sich „gut leben“. Nicht unbedingt in der Riesenstadt Moskau, aber auf dem Land in Russland kenne er „wunderbare Orte“, zum Beispiel das „von meinem Freund Nikolai Borodaschew“ geleitete Filmarchiv Gosfilmofond in der Nähe von Moskau. Er werde auch Russisch lernen, hieß es in dem Brief, der mit „Russland sei Ruhm“ auf Russisch endete. (mit afp)

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Eine Recherchekooperation des Tagesspiegels mit dem ARD-Magazin "Fakt".

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