Ergebnis im Saarland : Massive Verluste für die CDU an der Saar

Hartes Ergebnis für den saarländischen CDU-Ministerpräsidenten Peter Müller: Den ersten Hochrechnungen zufolge muss die Union einen zweistelligen Verlust hinnehmen. Auch zusammen mit der FDP reicht es nicht für eine Regierungskoalition - rechnerisch wäre eine rot-rot-grüne Regierung denkbar. Strahlender Sieger der Wahl ist Oskar Lafontaines Linke.

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Oskar Lafontaine war das Zugpferd der Linken im Saarland. Seine Anhänger freuen sich über einen großen Wahlerfolg. -Foto: ddp

SaarbrückenBei der Landtagswahl im Saarland hat die bislang mit absoluter Mehrheit regierende CDU von Ministerpräsident Peter Müller laut vorläufigem amtlichen Endergebnis massive Verluste erlitten und kann auch gemeinsam mit der FDP keine Regierung bilden. Demnach  rutschten die Christdemokraten um gut dreizehn Punkte auf 34,5 Prozent ab. Die SPD erhielt 24,5 Prozent. Die Linke, die mit dem früheren saarländischen SPD-Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine an der Spitze angetreten war, kam auf 21,3 Prozent. Die FDP erzielte 9,2 Prozent, die Grünen erreichten 5,9 Prozent.

Laut ARD verfügt die CDU im neuen Landtag über 18 Abgeordnete, die SPD über 14 Mandate. Die Linke kommt auf elf Sitze, die FDP auf fünf und die Grünen auf drei. Damit hätte eine rot-rot-grüne Koalition rechnerisch ebenso eine Mehrheit wie ein Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen.

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) hat nach der Landtagswahl eine "schmerzliche" Niederlage eingeräumt. "Das müssen wir akzeptieren", sagte Müller nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen. Er verwies jedoch zugleich darauf, dass die CDU weiter stärkste Kraft im Landtag bleiben werde. "Wenn die Wähler eine Regierungsauftrag erteilt haben, dann haben sie das für die CDU erteilt." Er fügte hinzu: "Wir werden schon in den nächsten Tagen miteinander reden, wo die Reise hingehen wird."

Maas für Politikwechsel

Der saarländische SPD-Spitzenkandidat Heiko Maas hofft nach dem Wahlabend auf eine schnelle Regierungsbildung. Seine Partei würde gerne "am Montagabend bereits zu Sondierungsgesprächen einladen", sagte Maas am Sonntag in Saarbrücken. "Wegen mir kann das sehr, sehr schnell gehen", fügte er hinzu.

Nach den ersten Hochrechnungen hält Maas einen Politikwechsel für möglich: "Wir stellen fest, dass eine Mehrheit gegen die CDU möglich ist." Wie vor der Wahl angekündigt, werde man nun Gespräche mit allen führen, mit denen rechnerisch die Bildung einer Regierung möglich sei. In Richtung CDU sagte er, dies gehe mit der SPD aber "nur mit einem Politikwechsel".

Bei der Landtagswahl im September 2004 hatte die CDU 47,5 Prozent erhalten. Die SPD erzielte 30,8 Prozent. Die Grünen erhielten 5,6 Prozent, die FDP 5,2 Prozent. (sba/AFP)

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