Ernennung : Ilse Aigner ist neue Bundesagrarministerin

Ilse Aigner zuckte nach eigener Aussage überrascht zusammen, als ihr Horst Seehofer sein Amt an der Spitze des Bundesagrarministeriums anbot. Inzwischen hat sie klare Ziele vor Augen. Die Interessen der Landwirte seien ihr genauso wichtig wie Verbraucherschutz. Den Gentechnik-Kurs von Seehofer wolle sie fortsetzen.

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Ilse Aigner. -Foto: dpa

BerlinBundespräsident Horst Köhler hat am Freitagmorgen in Berlin der neuen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) die Ernennungsurkunde überreicht. Die 43-jährige CSU-Bundestagsabgeordnete kann damit ihre Amtsgeschäfte aufnehmen. Sie ist Nachfolgerin von Horst Seehofer (CSU), der neuer bayerischer Ministerpräsident geworden ist.

Aigner ist über die Anfrage von Horst Seehofer, ob sie seine Nachfolge in Berlin antreten wolle, nach eigenem Bekunden zunächst "zusammengezuckt". Sie habe "erst mal schlucken und nachdenken" müssen, sagte sie am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". "Aber mich freut das natürlich wahnsinnig, dass Horst Seehofer in mich das Vertrauen setzt."

Neues Amt, neue Aufgabe

Mit Blick auf ihr neues Amt sagte sie: "Wir brauchen beides, wir brauchen funktionierende Landwirtschaft und funktionierenden Verbraucherschutz". Als eine ihrer ersten Aufgaben sieht Aigner den anstehenden Agrargipfel in Brüssel, der über die bestehenden Agrarsubventionen diskutieren wird. Für die Landwirte müsse es "einen fairen Interessenausgleich" geben, sagte Aigner. Sie müssten von etwas leben und gleichzeitig gute Nahrungsmittel produzieren können. "Da muss man ausgewogen handeln."

In Sachen Gentechnik will Aigner die Linie ihres Vorgängers Horst Seehofer weiter verfolgen: "Ich werden den Kurs von Horst Seehofer fortführen."

Kurs auf Gentechnik

Seehofer hatte im vor wenigen Monaten in Kraft getretenen Gentechnikgesetz den Anbau von gentechnisch veränderten Lebensmitteln grundsätzlich erlaubt. Jedoch müssen die Gen-Pflanzen-Felder einen bestimmten Abstand von Felder mit herkömmlichen Pflanzen einhalten. Zudem wurde im Zuge des Gesetzes ein spezielles Siegel für ohne Gentechnik hergestellte Lebensmittel geschaffen.

Bei der Übergabe der Ernennungsurkunde im Schloss Bellevue war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dabei, die nach dem Grundgesetz das Vorschlagsrecht für die Besetzung ihres Kabinetts hat. Seehofer stellt Aigner heute in Berlin als neue Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz vor - ebenso wie den neuen CSU-Generalsekretär, den 36-jährigen Bundestagsabgeordneten Karl-Theodor zu Guttenberg. (jar/dpa/AFP/ddp)

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