Politik : Erneut 10 000 Demonstranten gegen Milosevic auf der Straße

Die serbische Opposition will der Belgrader Führung ein Gegenparlament und eine Übergangsregierung unter dem ehemaligen Chef der Zentralbank, Dragoslav Avramomic, entgegensetzen. Wenn nicht innerhalb einer Woche vorgezogene Neuwahlen angekündigt würden, werde die Opposition ein "paralleles Parlament" einberufen, sagte Aleksandar Krstic von der Demokratischen Partei am Mittwochabend vor 2000 Anhängern des Oppositionsbündnisses Allianz für den Wandel (SZP) im südserbischen Nis. Das Gegenparlament werde dann eine Übergangsregierung mit Dragoslav Avramovic an der Spitze wählen.

Insgesamt beteiligten sich am Mittwoch an Kundgebungen der Opposition in verschiedenen serbischen Städten rund 10 000 Menschen. Die Demonstranten erinnerten insbesondere an die Repression, die durch das vor einem Jahr beschlossene Informationsgesetz gegen unabhängige Medien ermöglicht wurde. Das Gesetz hatte die Schließung zahlreicher unabhängiger Zeitungen zur Folge.

Am Mittwochabend demonstrierten in Belgrad etwa 1500 Menschen für den Rücktritt von Milosevic. Der Koordinator der Allianz für den Wandel, Vladan Batic, kündigte an, am 28. Oktober werde in Belgrad eine große Protestversammlung der Opposition, ein Art "demokratisches Volksparlament", zusammenkommen. Daran würden Abgesandte aller von der Opposition gehaltenen Stadtparlamente teilnehmen, sagte Batic. Bei den Kommunalwahlen im November 1996 hatte die Opposition in 20 serbischen Städten die Mehrheit errungen, unter anderem in der Hauptstadt Belgrad, in Nis und in der Industriestadt Kragujevac.

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