Politik : Ernst attackiert Ex-DGB-Chef

Sabine Beikler

Berlin - Der Bundesvorsitzende der WASG, Klaus Ernst, greift den früheren DGB-Chef Dieter Schulte wegen dessen Kritik an IG-Metall-Chef Jürgen Peters scharf an. Schulte hatte Peters Nähe zur Linkspartei vorgehalten und gesagt, Gewerkschaften müssten ihre Positionen in die „regierungswilligen Parteien tragen“, statt eine „Gruppe von Versprengten“ zu unterstützen, die auf der „Hinterbank des Parlaments ideologische Schlachten“ austragen wolle. „Schulte hatte sich schon als DGB-Vorsitzender keineswegs durch brillante Ideen hervorgetan“, sagte Ernst dem Tagesspiegel. Schulte war von 1994 bis 2002 DGB-Vorsitzender. Ernst verwies auf das Prinzip der Einheitsgewerkschaft, wonach Gewerkschaften parteiunabhängig sein müssen. Gerade die SPD habe bei den Rentnern Kürzungen durchgesetzt. „Das hat Schulte bei seiner hohen Altersversorgung wohl nicht gemerkt“, sagte Ernst. Die Linkspartei sei auch keine „versprengte Gruppe“, wie sie Schulte darstelle, sondern „Volkspartei im Osten“ und „wahrscheinlich bald drittstärkste Kraft im Bundestag“.

IG-Metall-Chef Peters hatte in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ gesagt, ihn interessierten weniger einzelne Programmpunkte der Linkspartei, sondern ob sie sich tatsächlich nachhaltig um Arbeitnehmerinteressen bemühen wolle: „Das müsste unserem Parteiensystem nicht schaden, es gibt in vielen Ländern konkurrierende linke Parteien.“

Bisher hat die Linkspartei keine Gespräche mit den Gewerkschaften geführt. „Aus Termingründen“ werde es vor den Wahlen auch keine mehr geben. Ernst, Spitzenkandidat der bayerischen Linken, will nach einem möglichen Einzug in den Bundestag mit weniger Stunden und gekürzten Bezügen weiter als Schweinfurter IG-Metall-Bevollmächtigter arbeiten.

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