Politik : Erste Absagen von besorgten Urlaubern

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Sellin/Binz - Das Gastgewerbe auf der Insel Rügen verzeichnet die ersten Stornierungen aufgrund der mit dem Vogelgrippevirus infizierten toten Wildvögel. Besonders Gäste, die dieser Tage zum Urlaub auf Deutschlands größter Insel anreisen wollten, sagten wieder ab oder buchten den Urlaub auf später um. Andere Gäste stellen besorgte Fragen zu den Auswirkungen der Vogelgrippefälle. Die Hoteliers versuchen, dem Trend mit sachlicher Aufklärung entgegenzusteuern.

Viele Hotels halten sich allerdings mit Aussagen zum aktuellen Gästeverhalten zurück. Sie verweisen darauf, dass die Buchungen für die Hauptsaison im Sommer weiterhin überraschend gut verlaufen. Nur vereinzelt stellten anwesende Gäste an der Rezeption verunsicherte Fragen, sagt etwa Uwe Petermann, Direktor vom Binzer Ifa-Ferienpark.

In anderen Häusern gab es bereits vereinzelt Absagen von besorgten Urlaubern. „Bei uns waren es drei Stornierungen wegen der Vogelgrippe, jeden Tag eine“, sagte Steffi Smolka von der Rezeption des Dorint-Hotels in Binz. Ähnlich sieht es beim Hotel-Park Ambiance im Ostseebad Sellin mit seinen 55 Zimmern aus. „Die Absagen sind bisher nicht bedrohlich“, sagt Direktor Stefan von Heine. Die meisten buchten auf einen späteren Zeitpunkt um. „Aber wir müssen ein positives Marketing entwickeln, damit dies nicht zum Trend wird“, sagt er.

Auch in kleineren Häusern und bei Ferienwohnungen gibt es Rücktritte. „Eine Partei hat heute abgesagt und den Urlaub auf Mai verschoben“, sagt Elisabeth Schildt, die 13 Zimmer in Sellin vermietet. Auch von Nachbarn habe sie gehört, dass es spontane Stornierungen gebe. Bei anderen Vermietern reisten alle Gäste, die gebucht hatten, auch an. Das bestätigte die Hotelfachfrau Ramona Mhamdi vom Selliner Dünenhaus. Horst Samulewitz von der Pension „Elisabeth“ hatte auch noch keine Absagen. „Nur keine Panik machen, sondern aufklären“, sagt er.

Gelassen optimistisch sieht die Chefin der Hotels Rugard und Arkona in Binz, einer Anlage mit 430 Zimmern, die Lage. „Wir hatten nur eine Stornierung und haben sonst keinerlei aktuelle Probleme“, schildert Chefmanagerin Birte Löhr. Sie hält die Gäste für „super“ darüber informiert, dass durch die toten Wildvögel keinerlei Gefahr für Menschen besteht. Für den Februar rechnet sie für ihre beiden Häuser sogar mit einer Spitzenauslastung. Außerdem seien die Vogelgrippefälle kein offizieller Stornierungsgrund. „Wer jetzt zurücktritt, muss die anfallenden Gebühren auch bezahlen.“ ddp

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