Politik : „Es gibt nichts Unmögliches“

Thomas Roser

Warschau - Das polnische Parlament hat am Montag den Beitrag der Solidarnosc zur Wende in Polen gewürdigt. An der Sondersitzung zum 25. Jahrestag der Gründung der Gewerkschaft nahmen auch zahlreiche Ehrengäste, vor allem ehemalige Dissidenten aus Osteuropa, teil. Die wichtigsten Redner waren der damalige Verhandlungsführer der streikenden Danziger Werftarbeiter und spätere Gründer der ersten freien Gewerkschaft im damaligen Ostblock, Lech Walesa, der polnische Staatspräsident Aleksander Kwasniewski und der frühere Außenminister Bronislaw Geremek.

Lech Walesa sagte: „Wir haben die Epoche der Teilungen, Feinde und Grenzen beendet. Im August 1980 ist das Unwahrscheinliche passiert, das in diesem Teil der Welt als unmöglich galt. Der Sieg von Solidarnosc wird für immer in unser nationales Erbe und kollektives Gedächtnis eingehen. Da war etwas in unseren Herzen und Köpfen, das die Veränderung der Welt eingeleitet hat.“

Aleksander Kwasniewski sagte: „Vor 25 Jahren stand ich nicht auf der gleichen Seite. Aber ohne euch hätten wir heute kein freies Polen: Es gibt keine Freiheit ohne Solidarität. Aus dem Mut der Danziger Werftarbeiter entstand eine Bewegung, die den Lauf der Welt verändert hat. Wer solidarisch ist, kann die Welt verändern. Durch die Mitgliedschaft in der Europäischen Union und der Nato ist Polen erstmals seit 1000 Jahren mit dem großen Nachbarn Deutschland in einem politischen und militärischen Bündnis vereint. Die Erfahrung von Solidarnosc ist die große Lektion, dass es in der Geschichte nichts Unmögliches gibt.“

Bronislaw Geremek sagte: „Solidarnosc war eine antitotalitäre Revolution und Europas größte Umwälzung, die nicht zu Blutvergießen geführt hat. Der Fall der Berliner Mauer und die Einigung des Kontinents waren die direkte Konsequenz der Gewerkschaftsbewegung. Das Beispiel der friedlichen Bewegung in Polen und die Courage und Entschlossenheit der Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa führten 1989 zum Zusammenbruch des Kommunismus.“

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