Politik : Eta: Attentate auf Militärs vereitelt

In der südspanischen Stadt Granada ist am Montag ein leitender Staatsanwalt einem Anschlag zum Opfer gefallen. Luis Portero wurde beim Betreten seines Wohnhauses in den Kopf geschossen, wie die Polizei mitteilte. Später wurde er für hirntot erklärt. Der 59-jährige Vater von vier Kinder liege in einem "tiefen und irreversiblen Koma", zitierte eine Polizeisprecherin aus dem medizinischen Bericht. Die Behörden machten die baskische Separatistenorganisation Eta für die Tat verantwortlich. Portero arbeitete am Obersten Gerichtshof der Region. Der 59-jährige Jurist war vor seiner Wohnung von drei Männern überrascht worden. Die Attentäter eröffneten das Feuer und schossen dem Staatsanwalt eine Kugel in den Nacken, die dem Opfer tödliche Verletzungen zufügte. Die drei Terroristen entkamen.

Wenige Stunden nach dem Attentat explodierte in der Nähe des Tatorts eine Autobombe. Dabei wurde nach Angaben des staatlichen Rundfunks niemand verletzt. Vermutlich hatten die Täter wie üblich ihren Fluchtwagen in die Luft gejagt, um Spuren zu verwischen. Nach dem Anschlag wurde ein Verdächtiger festgenommen. Es war aber zunächst nicht bekannt, ob er mit dem Attentat zu tun hatte. Nach Angaben der Behörden deutete alles darauf hin, dass die Eta hinter der Tat steht. Bis zu dem Attentat in Granada sind in diesem Jahr 13 Menschen bei Eta-Anschlägen getötet worden.

Der Staatsanwalt war normalerweise von Leibwächtern beschützt, die ihn täglich auf dem Weg von der Wohnung zur Arbeit begleiteten. Den Heimweg legte er allerdings allein zurück. Die Terroristen hatten sich offenbar Zutritt zum Hausflur des Wohngebäudes verschafft, indem sie sich als Mitglieder der Krebshilfe ausgegeben hatten. Sie schossen den heimkehrenden Portero vor seiner Wohnungstür nieder.

Spaniens Ministerpräsident Jose Maria Aznar versicherte in Rom, seine Regierung werde den Kampf gegen den Terrorismus mit unverminderter Härte fortsetzen. Die Vereinigung von Opfern des Terrorismus rief für Dienstag zu Eta-Kundgebungen in ganz Spanien auf. In Südspanien waren innerhalb von 48 Stunden drei Bombenanschläge auf Militärs gescheitert. In allen Fällen hatten die Soldaten die Sprengkörper in ihren Autos rechtzeitig entdeckt. Die Polizei konnte die Bomben unschädlich machen.

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