Politik : Eta zündet in Spanien sieben Bomben

Ralph Schulze

Madrid - Die baskische Terrororganisation Eta hat am Montag Spanien mit einer neuen landesweiten Bombenserie in Aufregung versetzt. In den Zentren von sieben verschiedenen Städten, von Nord- bis Südspanien, explodierten nach telefonischer Vorwarnung zeitgleich Mini-Bomben. Fünf Menschen wurden leicht verletzt, es entstand erheblicher Sachschaden. Bereits am Freitagabend hatte die Eta die Hauptstadt Madrid mit fünf kleinen Sprengsätzen in Atem gehalten. Am Samstag war ein weiterer Sprengkörper in der andalusischen Küstenstadt Almeria entschärft worden.

Die gestrigen Bomben mit geringer Sprengkraft explodierten in den Städten Malaga, Alicante, Ciudad Real, Avila, Valladolid, Leon und Santillana del Mar. Wegen der anonymen Ankündigungen konnte die Polizei die Bombenorte – öffentliche Plätze und Bars – rechtzeitig räumen. Die Bombenserie zielte offenbar vor allem darauf, die spanische Nation, die am Montag ihren Verfassungsfeiertag beging, zu verunsichern. Anscheinend will die Eta, die nach der Festnahme ihrer Führungsspitze Anfang Oktober schon totgesagt worden war, ihre Operationsfähigkeit demonstrieren.

Spaniens sozialdemokratischer Regierungschef Jose Luis Zapatero, der zum Explosionszeitpunkt mit seinem Kabinett und König Juan Carlos im Parlament den 26. Jahrestag der Verfassung feierte, bekräftigte, dass der Staat mit der Eta nicht verhandeln werde. Die Organisation will mit ihrer seit 30 Jahren andauernden Gewaltkampagne die Loslösung des Baskenlandes von Spanien erzwingen. Mehr als 800 Menschen wurden von der baskischen Terrororganisation bisher umgebracht. Zapatero sagte, die Eta habe nur eine Möglichkeit, und zwar „die Waffen niederzulegen“. Er gehe davon aus, dass das Ende der Eta „sehr bald“ komme. Eine Hoffnung, der die Eta mit ihrer jüngsten Attentatsserie einen Dämpfer versetzte.

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