EU-Kommission : Verheugen unter Druck

Der deutsche EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD) hat weiter den Rückhalt der Bundesregierung. Die deutschen EU-Abgeordneten Markus Ferber und Gabriele Stauner (beide CSU) forderten den Rücktritt Verheugens.

Berlin - Regierungssprecher Ulrich Wilhelm bejahte die Frage, ob Verheugen noch das uneingeschränkte Vertrauen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besitze. "Kommissar Verheugen leistet gute und wichtige Arbeit in der EU-Kommission", sagte Wilhelm.

Verheugen war wegen angeblicher Fotos, die ihn und seine Kabinettschefin Petra Erler unbekleidet an einem Strand in Litauen zeigen sollen, erneut in die Schlagzeilen geraten. Die Fotos, die dem Nachrichtenmagazin "Focus" vorliegen sollen, sind bislang unveröffentlicht. Wilhelm sagte, auch die Bundesregierung kenne die Bilder nicht. Der Regierungssprecher verwies auf die klare Aussage von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, wonach Verheugen nicht gegen einen Verhaltenskodex verstoßen und es sich bei dem Urlaub in Litauen um eine Privatangelegenheit Verheugens gehandelt habe.

Verheugen: Persönliche Freundschaft

Bereits vor Monaten waren Bilder aufgetaucht, die Verheugen und Erler im Sommerurlaub an der litauischen Ostsee-Küste zeigten. Verheugen hatte stets betont, das Verhältnis zu Erler gehe nicht über eine "persönliche Freundschaft" hinaus. Auch Vorwürfe der Günstlingswirtschaft hatte Verheugen zurückgewiesen.

Der Vorsitzende der deutschen SPD-Abgeordneten im EU-Parlament, Bernhard Rapkay, sprach in der "Süddeutschen Zeitung" von einer "Medienkampagne" gegen Verheugen, "bei der auch Politiker ihr Süppchen kochen". Der Fraktionschef der Sozialisten im Europäischen Parlament, Martin Schulz (SPD), betonte: "Es fällt auf, dass CDU-Politiker Parteifreunde für das Amt des Kommissars in Stellung bringen." CDU-Abgeordnete haben dem Blatt zufolge bereits Unions-Politiker wie den Parlamentarischen Staatssekretär im Innenministerium, Peter Altmaier (CDU), als Nachfolger Verheugens ins Spiel gebracht. (tso/ddp)

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