• EU-Parlamentspräsident Schulz vor Finanzministertreffen: "Tsipras muss Rolle des Wahlkämpfers ablegen"

EU-Parlamentspräsident Schulz vor Finanzministertreffen : "Tsipras muss Rolle des Wahlkämpfers ablegen"

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz findet vor dem Krisentreffen der EU-Finanzminister und dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel kommende Woche klare Worte für die Forderungen der griechischen Regierung: Geld gibt es nur gegen Vertragstreue.

Tsp
Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras (l.) und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (r.)
Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras (l.) und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (r.)Foto: Reuters/Francois Lenoir

Vor dem Treffen der EU-Finanzminister am Mittwoch in Brüssel, hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz die griechische Regierung zur Vertragstreue aufgerufen. "Wenn die Griechen zu ihren Zusagen stehen, dann stehen die Geldgeber zu ihren Finanzzusagen. Steigt eine Seite aus, steigt auch die andere aus", sagte Schulz dem Tagesspiegel im Interview (Sonntagsausgabe). "Das ist genau das, was Griechenland gerade nicht brauchen kann." Alexis Tsipras sei "ein vernünftiger Mann, mit dem man reden kann", sagte Schulz weiter. "Ich denke aber, er muss nun von der Rolle des Wahlkämpfers, der sein Parteiprogramm um jeden Preis umsetzen will, in die Rolle des griechischen Ministerpräsidenten wechseln. "

 

Er habe aber auch Verständnis für die Lage der Griechen. "Die griechische Regierung sitzt in gewisser Weise in der Falle. Sie haben im Wahlkampf Dinge versprochen, die sie kurzfristig umsetzen wollen, aber nicht können, weil sie erstmal das Programm stoppen wollen", sagte Schulz dem Tagesspiegel.  "Aus dieser Falle müssen sie rauskommen." Die von der griechischen Regierung unterbreiteten Vorschläge müsse man nun prüfen.

 

Bei einer angemessenen Besteuerung von Milliardären und einer Bekämpfung der Steuerflucht hätten die Griechen "ganz Europa hinter sich", sagte Schulz weiter. "Ich fände es gut, wenn sie darauf ihren Schwerpunkt legen und keine ideologiebeladenen Debatten führen würden. Das hilft keinem."

Das komplette Interview lesen Sie in der Sonntagsausgabe des Tagesspiegels.

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