Politik : Euphorie und Skepsis begleiten Höhenflug an internationalen Börsen

Deutscher Aktienindex DAX erreicht erneut Rekordmarke / Unterschiedliche Experten-Prognosen BERLIN(dr/jojo/AP).Kapitalanleger sorgen für Hochstimmung an den Börsen.Nahezu alle internationalen Börsen strebten am Mittwoch neuen Kursrekorden entgegen.In der Bundesrepublik verbesserte sich der Deutsche Aktienindex (Dax), der noch zu Jahresbeginn bei 2848,77 Zählern gelegen hatte, um fast 50 Punkte auf zuletzt 4055,86 Punkte und stellte damit die siebte Bestmarke in Folge auf.Nachbörslich sank der Dax dann leicht auf 4026,97 Zähler.Eine Umfrage des Tagesspiegels bei in Berlin vertretenen Banken ergab, daß fast alle Institute mit weiteren Kursgewinnen rechnen.Unterdessen wurden aber Warnungen laut, daß es durchaus zu Rückschlägen kommen könne. -Am Mittwoch waren es vor allem die guten Vorgaben von der US-Börse Wall Street und der feste Dollar, die die deutschen Aktienkurse weiter nach oben trieben.Experten wiesen aber auch darauf hin, daß es derzeit kaum Anlagealternativen gebe, da das Zinsniveau ausgesprochen niedrig sei.Dies mache Anlagen etwa auf dem Sparbuch oder in festverzinslichen Wertpapieren unattraktiv.Da auch der Goldpreis abgerutscht ist und Immobilien nicht mehr so attraktiv erscheinen und die deutschen Unternehmen nach dem Personalabbau der vergangenen Jahre hohe Gewinne erwarteten, würden die Anleger geradezu in die Aktie getrieben.Profitieren konnten am Mittwoch insbesondere die Bankentitel.Sehr gefragt waren auch wieder die Dividendenpapiere der großen Versicherungskonzerne, eine Branche, in der es in jüngster Zeit zu spektakulären Fusionen gekommen ist. Auf der anderen Seite macht sich aber auch zunehmend Nervosität breit.Händler und Beobachter meinten, eine Korrektur nach unten sei durchaus zu erwarten und "gesund".Der Markt sei überkauft, hieß es.Verbraucherschützer warnten, wer jetzt Aktien kaufe, steige auf einem sehr hohen Niveau ein.Unbegrenzt werde die Aufwärtsbewegung bestimmt nicht weitergehen.Der Anlageexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, Thomas Bieler, riet den Verbrauchern, sich gründlich zu informieren."Wenn man Sachen nicht versteht, keine Erfahrung hat, sollte man lieber die Finger davon lassen, als blind auf den Zug aufzuspringen und unter Umständen böse auf die Nase zu fallen", sagte Bieler im "Saarländischen Rundfunk".Auch die Beratung der Banken schütze nicht vor Fehlern. Der amerikanische Dollar kletterte in Frankfurt (Main) um fast einen dreiviertel Pfennig auf fast 1,7625 DM und erreichte damit einen Kurs wie seit dem 10.Februar 1994 nicht mehr.

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