Europäisches Projekt : Ursula von der Leyen setzt auf waffenfähige Drohne

Spätestens bis zum Jahr 2025 soll sie entwickelt werden: Eine europäische Drohne, die auch Waffen tragen kann. Vor allem Deutschland und Frankreich bemühen sich, das Projekt rasch auf den Weg zu bringen.

Von Israel gemietet: Unbemannte Aufklärungsdrohne vom Typ Heron 1, wie sie die Bundeswehr in Afghanistan eingesetzt hat, aufgenommen bei einem Testflug.
Von Israel gemietet: Unbemannte Aufklärungsdrohne vom Typ Heron 1, wie sie die Bundeswehr in Afghanistan eingesetzt hat,...Foto: dpa

Deutschland und Frankreich treiben ihre Pläne zum Bau einer europäischen Drohne gemeinsam mit Italien voran. Vor den deutsch-französischen Regierungskonsultationen in Berlin unterrichtete Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder die Obleute der Bundestagsfraktionen darüber, dass noch in diesem Jahr eine erste Vereinbarung über das Projekt unterzeichnet und anschließend eine Studie zur Realisierung erstellt werden soll. Die mittelgroße Drohne, die auch in der Lage wäre, Waffen zu tragen, soll bis zum Jahr 2025 entwickelt werden.


Als Übergangslösung will Deutschland bewaffnungsfähige israelische oder amerikanische Drohnen mieten oder kaufen. Die Entscheidung wird ebenfalls noch in diesem Jahr erwartet.
Der Grünen-Haushaltsexperte Tobias Lindner stellte infrage, ob die Entwicklung einer europäischen Drohne wirklich nötig ist. „Das Ministerium muss erklären, ob ein europäisches Drohnenprojekt nicht in Wirklichkeit Industriepolitik ist und warum marktverfügbare Lösungen nicht genügen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Den Mietvertrag für die israelische Aufklärungsdrohne „Heron 1“, die für die Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz ist, wurde vergangene Woche verlängert. Diese Drohne ist aber zu klein, um Waffen zu tragen. Derzeit verfügt die Bundeswehr nur über Aufklärungsdrohnen einer älteren Generation. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte die ursprünglich geplante Serieneinführung der Aufklärungsdrohne "Euro Hawk" im Oktober 2014 wegen großer technischer Probleme ausgeschlossen. (dpa/AFP)

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