Politik : Europasprecher Wieczorek soll gegen Wirtschaftsexperten Staffelt antreten

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In der SPD-Bundestagsfraktion bahnt sich ein offener Konflikt um die Neubesetzung eines Stellvertreterpostens an. Als Nachfolger des bisherigen Fraktionsvize Ernst Schwanhold hat Fraktionschef Peter Struck dem Fraktionsvorstand am Montag den Berliner Bundestagsabgeordneten Ditmar Staffelt vorschlagen, bisher Sprecher der Arbeitsgruppe Wirtschaft. Staffelt gilt als Wunschkandidat von Bundeskanzler Gerhard Schröder, ist aber für diese Besetzung in der Fraktion nicht unumstritten. Für die Wahl in drei Wochen wird in Fraktionskreisen mit einer Gegenkandidatur des langjährigen Abgeordneten Norbert Wieczorek gerechnet.

Wieczorek gehört dem Fraktionsvorstand an, ist derzeit europa-politischer Sprecher und findet Unterstützung bei der Fraktionslinken. Der 50-jährige Staffelt hat eine lange Laufbahn in der Berliner Landespolitik hinter sich, von 1992 bis 1994 war er SPD-Landesvorsitzender. Staffelt gehört dem Bundestag erst seit 1998 an, verfügt also über wenig Erfahrung in der Fraktion. Der Aufstieg vom Bundestagsneuling zum Fraktions-Vize wäre ein in der SPD-Fraktion ungewöhnlicher Vorgang. Bei seiner ebenfalls überraschend schnellen Wahl zum wirtschaftspolitischen Sprecher war Staffelt von der jungen Gruppe in der Fraktion unterstützt worden. Wieczorek, Jahrgang 1940, ist 1980 das erste Mal in den Bundestag gewählt worden. Schwanhold hat in der Fraktionsspitze die Verantwortung für die Wirtschaftspolitik wahrgenommen und ist vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement als Wirtschaftsminister in die Landesregierung berufen worden.

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