Evangelische Kirche : Bischöfin Käßmann zur EKD-Ratsvorsitzenden gewählt

Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann ist neue Chefin der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie ist die Nachfolgerin des Berliner Bischofs Wolfgang Huber.

Kaessmann
Margot Käßmann -Foto: dpa

UlmDie 51-jährige Margot Käßmann wurde am Mittwoch von der EKD-Synode in Ulm zur Nachfolgerin des bisherigen EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber gewählt, der nicht mehr kandidierte. Mit Käßmann füllt erstmals eine Frau das höchste Amt der evangelischen Kirche mit ihren rund 25 Millionen Mitgliedern in Deutschland aus. „Im Vertrauen auf Gottes Hilfe nehme ich die Wahl an“, sagte die Theologin.

Auf Käßmann entfielen 132 von insgesamt 142 abgegebenen Stimmen. Es gab vier Enthaltungen, fünf Neinstimmen und eine ungültige Stimme. Käßmann sagte nach ihrer Wahl, sie habe vor der großen Aufgabe, die in den kommenden sechs Jahren vor ihr liege, „den allergrößten Respekt“. Sie wolle alles tun, um das Amt auszufüllen, „so gut ich es vermag“. Dabei setze sie auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Gremien der EKD.

Käßmann war von 1994 bis 1999 Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Fulda. Seit April 1999 ist sie Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, die zu den größten Landeskirchen bundesweit zählt. Bereits am Dienstag war Käßmann in den 15-köpfigen Rat der EKD gewählt worden. Dabei hatte sie als einzige Kandidatin bereits im ersten Wahlgang die notwendige Zweidrittelmehrheit erhalten, weshalb sie als klare Favoritin für den Ratsvorsitz galt.

Der neue Rat sollte noch am Mittwoch bei einem Abschlussgottesdienst der Synode in sein Amt eingeführt werden. Er ist das leitende Gremium der EKD und hat eine Amtszeit von sechs Jahren. Vor Käßmann hatte Huber dem EKD-Rat sechs Jahre lang vorgestanden. Der Bischof der Landeskirche Berlin-Brandenburg tritt im November in den Ruhestand.

Die Synode der EKD tagt seit Sonntag in Ulm. Sie ist das Parlament der Kirche und höchstes Entscheidungsgremium. (svo/smz/dpa/ddp)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben