• Ex-Diplomat spricht vor US-Kongress: Überläufer aus Nordkorea hofft auf Revolte gegen Kim

Ex-Diplomat spricht vor US-Kongress : Überläufer aus Nordkorea hofft auf Revolte gegen Kim

Er war Vize-Botschafter Nordkoreas in London. Jetzt sprach der 2016 geflohene Thae Yong Ho über die Lage in seiner Heimat.

Machthaber Kim Jong Un provoziert die Weltgemeinschaft mit immer neuen Raketentests.
Machthaber Kim Jong Un provoziert die Weltgemeinschaft mit immer neuen Raketentests.Foto: AFP

Ein ranghoher nordkoreanischer Überläufer hat in einer Rede vor dem US-Kongress Hoffnung auf einen Aufstand gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geäußert. Während sich in dem international isolierten Land zunehmend freie Märkte ausbreiteten und mehr und mehr Nordkoreaner illegal importierte südkoreanische Filme sähen, werde immer mehr Menschen die Realität ihrer Lebensbedingungen bewusst, sagte der 2016 nach Südkorea geflohene frühere nordkoreanische Vize-Botschafter in London, Thae Yong Ho, am Mittwoch (Ortszeit).

Die Propaganda werde dagegen allmählich zurückgedrängt, sagte Thae. Mit all diesen Veränderungen steige die Wahrscheinlichkeit für einen zivilen Aufstand gegen Kim und seine Regierung. Thae warnte gleichzeitig vor einem militärischen Konflikt mit Nordkorea. Zunächst müssten alle nichtmilitärischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, mahnte er.

Vize-Botschafter Thae Yong Ho hatte sich im August 2016 zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn nach Südkorea abgesetzt. Überläufer aus dem abgeschotteten Nordkorea versorgen den Westen immer wieder mit wichtigen Geheimdienstinformationen aus dem Land.

Thae Yong Ho setzte sich im August mit seiner Frau und seinem Sohn ab.
Thae Yong Ho setzte sich im August mit seiner Frau und seinem Sohn ab.Foto: AFP

Die Spannungen zwischen Nordkorea mit den USA und seinen Verbündeten hatten sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschärft. Nach einem sechsten und bislang gewaltigsten Atomtest im September und weiteren Tests von ballistischen Raketen, die theoretisch das US-Festland erreichen können, lieferten sich Kim und US-Präsident Donald Trump einen zunehmend heftigeren Krieg der Worte. Die gegenseitigen Drohungen lösten weltweit Besorgnis aus.

In Nordkorea verdichten sich einem südkoreanischen Agenturbericht zufolge die Anzeichen für einen weiteren Raketentest. Auf den Testanlagen seien rege Aktivitäten ausgemacht worden, berichtete die Agentur Yonhap unter Berufung auf den südkoreanischen Geheimdienst.

Trump bricht am heutigen Freitag zu seiner ersten Asienreise auf. Überwölbendes Thema ist vor allem im ersten Teil der Besuche der schwere Konflikt mit Nordkorea. Nach einem Zwischenstopp auf Hawaii trifft er am Sonntag in Japan ein. Auf seiner zwölftägigen Reise durch fünf Länder ist Tokio die erste asiatische Station, von dort wird Trump nach Südkorea reisen. Nach Angaben des Weißen Hauses wird er im Gegensatz zu früheren US-Präsidenten „aus Zeitgründen“ nicht die entmilitarisierte Zone besuchen, die den Süden und Norden trennt. Anschließend geht es nach China, Vietnam und auf die Philippinen. (AFP/dpa)

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