Explosive Luftfracht : Sind Frachtmaschinen leichte Ziele

Nach dem Fund zweier mit Sprengstoff gefüllter Pakete in Frachtflugzeugen mit Ziel USA haben Experten vor Schwächen bei den Sicherheitskontrollen gewarnt.

Nach dem Fund zweier mit Sprengstoff gefüllter Pakete in Frachtflugzeugen mit Ziel USA haben Experten vor Schwächen bei den Sicherheitskontrollen gewarnt. Frachtflüge seien schon immer die „Achillesferse“ der Sicherheit in der Luftfahrt gewesen, sagte Chris Yates von der Fachzeitschrift „Jane’s Aviation“ am Samstag der britischen Tageszeitung „Daily Telegraph“. Es sei „sehr schwierig“, mit der eingesetzten Technik Container einer gewissen Größe gründlich zu überprüfen, der mögliche Einblick in die Frachtbehälter sei „minimal“. Auch David Learmount, Sicherheitsexperte beim Magazin „Flight Global“, sagte der Zeitung, Frachtflugzeuge seien schon immer ein mögliches Ziel terroristischer Anschläge gewesen. In der Vergangenheit hätten Terroristen aber vor allem auf Passagierflugzeuge abgezielt. Die Paketdienste United Parcel Service (UPS) und FedEx stoppten zunächst alle Sendungen aus dem Jemen. Bei der Lufthansa führte der Terroralarm in den USA dagegen nicht zu Einschränkungen. „Wir haben normalen Flugbetrieb“, sagte ein Konzernsprecher am Samstag. Die Sicherheitsvorkehrungen bei Passagier- und Frachtflügen in die Vereinigten Staaten hätten nicht verschärft werden müssen. „Wir haben immer einen sehr hohen Standard an Sicherheitsmaßnahmen, der unverändert beibehalten wird“, sagte der Sprecher. Auch bei der Lufthansa Cargo gehe der Transport von Fracht in die USA ganz normal weiter. „Es werden keine Behinderungen erwartet.“ Anders als die betroffenen Unternehmen UPS und FedEx oder auch DHL ist Lufthansa Cargo kein klassischer Paketdienst, sondern befördert in der Regel eher größere Güter. Dagegen war die Deutsche-Post-Frachttochter DHL von verschärften Sicherheitsvorkehrungen im Zusammenhang mit dem Terroralarm betroffen. Wie bei den anderen Transportgesellschaften würden auch DHL-Sendungen aus dem Jemen in die USA gestoppt, sagte eine Post-Sprecherin am Samstag. Befänden sich die Sendungen bereits an Bord von Frachtflugzeugen, müssten diese den nächstmöglichen Flughafen anfliegen. Der Rest des globalen DHL-Netzes funktioniere normal, sagte die Sprecherin. Am Abend bat das Verkehrsministerium DHL, Fracht aus dem Jemen grundsätzlich auf ihrem Drehkreuz in Leipzig zu kontrollieren. Die DHL kam dieser Bitte unverzüglich nach, wie das Ministerium mitteilte. AFP/dpa

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