Extremismus : Geldstrafe für Glockengeläut gegen Neonazis

Weil er eine Neonazi-Versammlung mit Glockengeläut gestört hat, soll der Miltenberger Stadtpfarrer Ulrich Boom offenbar 2000 Euro Geldbuße zahlen.

Miltenberg - Der unterfränkische SPD-Landtagsabgeordnete Heinz Kaiser will dies aus zuverlässiger Quelle erfahren haben. Die NPD-Jugendorganisation hatte den Geistlichen angezeigt, weil er 20 Minuten lang die Glocken ertönen ließ, während auf dem nahe gelegen Marktplatz Reden gehalten wurden.

Boom sagte, er habe von der Staatsanwaltschaft noch keine offizielle Information über die Geldbuße erhalten. "Ich muss noch mal überlegen, ob ich das annehmen würde", betonte der Pfarrer. Er wolle sich darüber auch mit seinem Rechtsanwalt und dem Bistum Würzburg beraten.

Kaiser warnte, wenn sich Boom auf das Bußgeld einließe, wäre das eine Schuldanerkenntnis: "Das Triumphgeheul der Neonazis wäre bei einem solchen Ausgang ihrer Strafanzeige bundesweit zu hören." Er hielte eine Bestrafung des Pfarrers wegen des Glockengeläuts "nicht nur demokratiepolitisch für inakzeptabel, sondern auch in der Sache falsch". (tso/ddp)

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