Politik : Fahnder verfolgen Spur zum KZ-Arzt von Mauthausen

Barbara Junge

Berlin/Madrid - Deutsche und spanische Ermittler sind möglicherweise dem letzten großen NS-Kriegsverbrecher auf der Spur. Der KZ-Arzt von Mauthausen, Aribert Heim, dem ähnliche Gräueltaten wie dem berüchtigten KZ-Arzt von Auschwitz, Josef Mengele, vorgeworfen werden, hat nach derzeitigen Erkenntnissen jahrelang unbehelligt in Spanien gelebt. Der Leiter des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem, Efraim Kuroff, sagte am Sonntag dem Tagesspiegel, er habe Informationen, „dass man Heim jetzt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit aufspüren könnte“. Vielleicht sei Heim aber auch wieder entkommen.

Nach den Erkenntnissen der Ermittler hat ein Angehöriger des seit 43 Jahren flüchtigen Heim in den vergangenen fünf Jahren rund 300000 Euro an einen Bekannten in Spanien überwiesen. In den vergangenen Wochen hatte es immer mehr Hinweise darauf gegeben, dass Heim bis vor kurzem an der spanischen Mittelmeerküste nahe Dénia gelebt hat.

Heim hatte bis 1979, obwohl seit 1962 untergetaucht, ganz legal Einnahmen aus einem Mietshaus in Berlin-Moabit. Monatlich überwiesen die Mieter immerhin fast 7000 Mark.

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