Politik : Fahndung: Nehm ermittelt gegen Islamisten

Wegen des Verdachts, schwere Gewalttaten in Deutschland geplant zu haben, hat Generalbundesanwalt Kay Nehm am Samstag Ermittlungen gegen drei mutmaßliche islamistische Fundamentalisten übernommen. Das teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Angesichts eines wegen Terrorfolgen befürchteten Lochs im deutschen Bundeshaushalt fordern die Grünen eine Debatte darüber, ob die Neuverschuldung nicht doch erhöht werden sollte.

Der Weltsicherheitsrat hat in der Nacht zum Samstag alle UN-Mitgliedstaaten verpflichtet, jede Unterstützung für terroristische Organisationen oder Einzeltäter auf ihren Territorien zu unterbinden. Die Zustimmung zu einer entsprechenden von den USA eingebrachten Resolution, fiel einstimmig aus. Eine Sonderkommission des Sicherheitsrates soll die Einhaltung der Beschlüsse überwachen.

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Fahndung: Der Stand der Ermittlungen
Fotos: Die Ereignisse seit dem 11. September in Bildern Widersprüchliche Berichte gab es am Samstag über die Gefangennahme von drei US-Soldaten in Afghanistan. Der in Katar ansässige arabische TV-Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, in Afghanistan seien drei US-Soldaten einer Spezialeinheit gefangen genommen worden, ferner zwei Afghanen mit US-Staatsbürgerschaft. Das Außenministerium des Taliban-Regimes sowie das amerikanische State Department in Washington dementierten beide. US-Nachrichtensender CNN hatte am Vortag gemeldet, es hielten sich bereits Eliteeinheiten der USA und Großbritanniens in Afghanistan auf.

US-Präsident George W. Bush informierte am Samstag in einer Radioansprache über die Fortschritte im Feldzug gegen den Terrorismus. Die US-Regierung werde das Land "aggressiv und methodisch" vor weiteren Anschlägen schützen. Zuvor hatte er erklärt, die US-Fahnder seien den Attentätern von New York und Washington bereits "dicht an den Fersen".

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber fordert nach den Anschlägen eine grundsätzliche Wende der deutschen Politik. In einem Interview mit dem "Tagesspiegel am Sonntag" spricht er von einem "Paradigmenwechsel", auf den die ganze Gesellschaft einzustellen sei: "Unsere Lebensordnung ist massiv bedroht durch Tausende von irregeleiteten fanatischen Terroristen", sagte Stoiber. Das Klima im Lande werde sich nachhaltig verändern: "Diese Spaßgesellschaft ist vorbei, wo die Love Parade das Lebensgefühl einer ganzen Republik auszudrücken schien."

Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) lobte im Interview mit dem "Tagesspiegel am Sonntag" US-Präsident George W. Bush. Dieser habe "bisher keine wesentlichen Fehler gemacht". Schmidt: "Das habe ich ihm nicht zugetraut." Für die Bundesregierung sei die Herausforderung durch den Terrorismus eine Feuertaufe "und ich nehme an, sie werden diese Probe auch bestehen".

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