Politik : Fall Kevin: 95 Familien überprüft

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Bremen - Bei der Überprüfung von 146 Kindern, deren Eltern drogensüchtig oder stark alkoholabhängig sind, hat das Bremer Jugendamt in zwei Fällen Handlungsbedarf gesehen. Wie am Mittwoch das Bremer Senatsressort für Jugend und Soziales mitteilte, kommen die beiden Kinder etwas schneller als zunächst geplant in eine Übergangspflegestelle. Die Eltern seien damit einverstanden.

Die Überprüfungsaktion ist eine Sofortmaßnahme nach dem Tod des zweieinhalbjährigen Kevin in der Wohnung seines drogensüchtigen Vaters. Von den 146 Kindern aus 95 Familien wurde lediglich ein nicht näher bezifferter Teil per Hausbesuch überprüft. Die anderen lebten ohnehin schon in Pflegefamilien oder bekämen regelmäßig Besuch von Familienhelfern, sagte Staatsrätin Birgit Weihrauch. Keine der Familien, so berichtete die zuständige Abteilungsleiterin Heidemarie Rose, habe den Besuchern den Zutritt verwehrt.

Insgesamt sollen 600 Familien überprüft werden. Für die nötigen Hausbesuche stehen gut 60 der insgesamt 90 fallführenden städtischen Sozialarbeiter bereit, außerdem Beschäftigte freier Träger, für die jetzt zusätzliche Kosten anfallen. „Irgendwo müssen wir das Geld hernehmen“, sagte Staatsrätin Weihrauch.

Durch die Überprüfung sollen laut Weihrauch „jene Familien identifiziert werden, die sich derzeit in einer kritischen und beobachtungswürdigen Situation befinden“. Die Zahl der Bremer Kinder, die in Heimen oder Pflegefamilien untergebracht sind, liegt seit 2002 bei gut tausend. Die Unterbringung in Heimen ist um etwa 60 gesunken, die in Pflegefamilien entsprechend gestiegen. stg

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