Politik : Fischers militante Vergangenheit: Merz fordert Aufklärung

Außenminister Joschka Fischer hat mit dem ehemaligen Polizisten Rainer Marx telefoniert, den er 1973 als Straßenkämpfer bei einer gewalttätigen Demonstration in Frankfurt am Main angegriffen hatte. Das 20-minütige Gespräch über den damaligen Zwischenfall und die gesamte politische Lage im Frankfurt der 70er Jahre habe in freundlicher Atmosphäre stattgefunden, sagte Fischers Sprecher Andreas Michaelis am Dienstag in Berlin. Fischer und Marx hätten verabredet, sich in den nächsten Wochen zu treffen.

Vergangene Woche waren Bilder von gewalttätigen Demonstrationen der 70er Jahre veröffentlicht worden, auf denen auch Fischer zu sehen ist. Der Grünen-Politiker hatte eingeräumt, in jungen Jahren in der linken Spontiszene militant gewesen zu sein, und damit Rücktrittforderungen ausgelöst.

CDU-Fraktionschef Friedrich Merz forderte von Fischer unterdessen Aufklärung über seine moralische Verantwortung für den Einsatz von Molotow-Cocktails bei Demonstrationen. Er wolle von Fischer wissen, ob es stimme, dass er als "Diskussionsleiter" seine persönliche Zustimmung zum Einsatz der Brandsätze gegeben habe, sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Die Welt".

Der bayerische Innenminister Günther Beckstein sagte, wenn sich Fischer nach fast 30 Jahren unter öffentlichem Druck so wenig überzeugend entschuldige und den verprügelten Polizisten um ein Gespräch bitte, sei das kein gelungenes Beispiel eines Täter-Opfer-Ausgleichs. Die Person von Fischer belege das gebrochene Verhältnis der Grünen zur Gewalt.

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