Frankreich : Guttenberg zu Gast bei Freunden

Der Antrittsbesuch in Frankreich als erstem europäischen Bündnispartner, den Guttenberg als Zwischenstation bei seiner Reise nach Washington eingelegt hatte, stand ganz im Zeichen der von Präsident Nicolas Sarkozy und Kanzlerin Angela Merkel zelebrierten deutsch-französischen Harmonie.

Hans-Hagen Bremer

BerlinFrankreich wird an der bestehenden Struktur der deutsch-französischen Brigade festhalten. Mit dieser von deutscher Seite seit langem erwarteten Zusage empfing der französische Verteidigungsminister Hervé Morin am Mittwochabend seinen neuen deutschen Amtskollegen Karl-Theodor zu Guttenberg bei dessen Antrittsbesuch in Paris. Danach wird das bisher in Deutschland stationierte 3. französische Husarenregiment im Zuge der französischen Streitkräftereform nicht mehr, wie bisher geplant, aufgelöst, sondern nach Metz verlegt und weiter der Brigade unterstellt bleiben.

Für die binationale Brigade mit Hauptquartier in Müllheim (Baden) zeichnet sich damit „ein neues Gleichgewicht“ ab, wie Morin sagte. Während bisher noch alle ihre vier Kampfverbände in Deutschland stationiert sind, werden in Zukunft je ein deutsches Bataillon und ein französisches Regiment ihre Standorte in Deutschland und je ein französisches Regiment und ein deutsches Bataillon ihre in Frankreich haben. Im vergangenen Frühjahr hatten Paris und Berlin bereits beschlossen, ein deutsches Bataillon der Brigade nach Illkirch bei Straßburg zu verlegen. Beide Minister einigten sich außerdem darauf, die seit zehn Jahren bestehende 5000 Mann starke Brigade offensiver auf konkrete Einsätze hin auszurichten. „Es darf nicht bei der reinen Symbolik bleiben“, sagte Guttenberg.

Der Antrittsbesuch in Frankreich als erstem europäischen Bündnispartner, den Guttenberg als Zwischenstation bei seiner Reise nach Washington eingelegt hatte, stand ganz im Zeichen der von Präsident Nicolas Sarkozy und Kanzlerin Angela Merkel zelebrierten deutsch-französischen Harmonie. „Das setzt sich auf Ministerebene fort“, erklärte Morin. Wie bisher keiner seiner Vorgänger war Guttenberg vor dem Hôtel de Brienne, dem Amtssitz des französischen Verteidigungsministers, mit dem nach dem Protokoll höchsten militärischen Zeremoniell empfangen worden. Im Gespräch bot Morin seinem Gast sofort das „freundschaftliche Du“ an. „Ich glaube, dass bei uns die Wellenlänge stimmt“, sagte er.

Bei Guttenbergs Treffen mit US-Verteidigungsminister Robert Gates in Washington sollte die Lage in Afghanistan eine zentrale Rolle spielen. Hans-Hagen Bremer

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