• Frankreich und Deutschland appellieren an die EU-Ratspräsidentschaft, der Türkei "großzügig" zu helfen

Politik : Frankreich und Deutschland appellieren an die EU-Ratspräsidentschaft, der Türkei "großzügig" zu helfen

Mehr als eine Woche nach der Erdbebenkatastrophe in der West-Türkei haben Deutschland und Frankreich eine schnelle Wiederaufbauhilfe der Europäischen Union gefordert. Die EU wird noch in dieser Woche weitere zwei Millionen Euro (knapp vier Millionen Mark) für die Erdbebenopfer bereitstellen, hieß es am Mittwoch bei der EU-Kommission in Brüssel. Bei einem Treffen in Finnland Anfang September wollen die EU-Außenminister einen Aufbauplan für die Türkei erörtern. In der Krisenregion verschärfte indessen heftiger Regen die Lage. Nahezu schutzlos waren viele der mehr als 200 000 Obdachlosen dem Unwetter ausgesetzt.

Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) setzte sich in einem Brief an die finnische EU-Ratspräsidentschaft für eine "großzügige Finanzhilfe" der EU an die Türkei ein. Nach seiner Ansicht könnte die EU bereits grundsätzlich zugesagte Haushaltsmittel in Höhe von 375 Millionen Euro (rund 733 Millionen Mark) sowie ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 750 Millionen Euro (1,466 Milliarden Mark) freigeben. Die bereits geleistete EU-Soforthilfe beträgt zwei Millionen Euro.

Frankreichs Präsident Jacques Chirac forderte in einem Brief an seinen finnischen Amtskollegen Martti Ahtisaari, "die Annahme und Umsetzung des Finanzrahmens der die Türkei betreffenden europäischen Strategie zu beschleunigen". Am Mittwoch reisten der für die Außenbeziehungen zuständige amtierende EU-Kommissar Hans van den Broek und die finnische Außenministerin Tarja Halonen in die Türkei.

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