Politik : Fünf Tote bei Anschlag auf Bus in Türkei

Thomas Seibert

Istanbul - Bei einem Anschlag in einem türkischen Ferienort sind am Samstag mindestens fünf Menschen getötet und 14 verletzt worden. Unter den Toten in Kusadasi an der Ägäis-Küste waren offenbar eine 17-jährige Irin und ein Türke. Durch die Explosion in einem Kleinbus wurden sechs britische Touristen verletzt, fünf von ihnen schwer. Dem Auswärtigen Amt lagen keine Hinweise auf deutsche Opfer vor. Nach Angaben türkischer Behörden verübte den Anschlag, zu dem sich zunächst niemand bekannte, eine jugendliche Selbstmordattentäterin. Die Regierungen Großbritanniens und Irlands verurteilten die Tat.

Als Täter kamen vor allem kurdische Rebellen in Frage: Erst in der vergangenen Woche hatte ein kurdisches Bombenkommando mit einem Sprengsatz in Cesme, nur hundert Kilometer von Kusadasi entfernt, 20 Menschen verletzt und zugleich weitere Anschläge in den türkischen Feriengebieten angekündigt. Der Bus, in dem der Sprengsatz explodierte, brachte Badende vom Stadtzentrum Kusadasis zum Strand und zurück. Der oder die Täter zündeten die Bombe gegen 10 Uhr 30 Ortszeit. Das Fahrzeug wurde völlig zerstört, das Dach abgesprengt.

Premierminister Recep Tayyip Erdogan sagte, kein politisches Ziel und keine Religion könne Terror rechtfertigen. Die Sicherheitsbehörden und die Regierung bemühten sich um alle erdenklichen Vorkehrungen gegen Anschläge, doch könne es keine hundertprozentige Sicherheit geben. Medienberichten zufolge wurde bei dem Anschlag der Plastiksprengstoff C-4 verwendet, den die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) häufig bei Anschlägen einsetzt. Eine Unterorganisation der PKK, die „Freiheitsfalken Kurdistans“ (TAK), hatte sich letzte Woche zu dem Anschlag in Cesme bekannt. Im April hatte die TAK ebenfalls in Kusadasi eine Bombe gelegt, bei deren Entschärfung ein Polizist starb. Die PKK verübt nach einer längeren Waffenruhe seit kurzem wieder verstärkt Anschläge in der Türkei.

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