Politik : Für die FDP geht es Stoiber nur um Macht

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Berlin Nach angeblichen abwertenden Äußerungen über FDP-Chef Guido Westerwelle haben FDP-Spitzenpolitiker den CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber heftig angegriffen. Stoiber soll gesagt haben, CDU-Chefin Angela Merkel und Westerwelle seien nicht das Duo der Zukunft und könnten Kanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer nicht das Wasser reichen. Die Aussagen seien ein „Ablenkungsmanöver“, sagte FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper im ZDF. CDU und CSU hätten „Probleme in den eigenen Reihen, sich klar aufzustellen für 2006“. Fraktionschef Wolfgang Gerhardt sagte dem Handelsblatt, Stoiber solle sich „nachträglich nicht aus der Niederlage bei der Bundestagswahl 2002 herausreden“.

FDP-Vize Rainer Brüderle sagte dem Tagesspiegel, Stoiber gehe es offenbar um „interne Machtkämpfe in der Union“. Daran beteilige sich die FDP nicht. Seine Partei sei „thematisch und personell gut aufgestellt“. Zu Spekulationen, Stoiber strebe ein Amt in einer künftigen schwarz- gelben Regierung an, sagte er, diese brächten dem Land jetzt überhaupt nichts. „Stoiber ist unbestritten ein erfolgreicher bayerischer Ministerpräsident. Er scheint nicht recht zu wissen, was er künftig überhaupt will.“ Derzeit gehe es weder um Koalitionsaussagen noch um Ämterverteilung.

FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki sagte, Stoiber habe „einschlägige Erfahrungen“ damit, dass er Schröder bei der Wahl 2002 nicht das Wasser reichen konnte. Bayerns FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagte, falls Stoiber sich tatsächlich so geäußert habe, sei dies „absolut fehlerhaft und politisch unverantwortlich“. Wolfgang Zeitlmann (CSU) hält eine erneute Kanzlerkandidatur Stoibers für ausgeschlossen. „Ich glaube nicht an eine Wiederholung“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. afk

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