Politik : Für die Kleinsten

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Deutschland soll ein Land der Ideen werden – sagt der neue Bundespräsident Horst Köhler. Deshalb stellen wir in dieser Serie Menschen vor, die mit ihren Ideen das Land voranbringen wollen.

Innovation heißt besonders, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Bildungschancen zu ermöglichen, gerade für die Kleinsten unter uns. Zwei Vorschläge:

1. Wir brauchen Zentren für Kinder und ihre Familien in den Stadtteilen. Nach dem Vorbild der britischen „early excellence center“ müssen wir integrierter denken und handeln: Kindertagesstätten, Grundschulen, Sprachförderung, Elternkurse, Erziehungshilfen, Gesundheits- und Sozialberatung, Bildungsangebote, Babysittervermittlung, Leih-Großelternservice – alles das gehört unter ein Dach. So können gerade die Eltern und Kinder erreicht werden, die Unterstützung brauchen. Statt zahlreicher Ämtergänge können Probleme aus einer Hand und in einem Haus gelöst werden. Eltern und Kinder haben die Möglichkeit, von klein auf miteinander in diese Zentren zu kommen.

2. Die Einführung einer „Papa-Zeit“, wie es sie in Schweden gibt, wird dazu führen, dass Männer sich stärker an der Erziehung ihrer Kinder beteiligen können. Wenn bei gemeinsam erziehenden Eltern nicht beide Elternzeit wahrnehmen, verfällt ein Teil, in Schweden zum Beispiel zwei Monate. Das klingt nach zu viel Vorschrift, Fakt ist aber, dass heute nur etwa zwei Prozent Männer und 98 Prozent Frauen Elternzeit in Anspruch nehmen. Noch immer stoßen willige Väter in ihren Betrieben auf verwunderte Reaktionen, wenn sie eine Zeit lang beim Baby bleiben wollen. Dabei würden es viele gerne tun.

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