• G-15 Gipfeltreffen: Arme Staaten fordern gerechten Welthandel - Wieczorek-Zeul lobt Schuldenerlass für Entwicklungsländer

Politik : G-15 Gipfeltreffen: Arme Staaten fordern gerechten Welthandel - Wieczorek-Zeul lobt Schuldenerlass für Entwicklungsländer

Die in der Gruppe G-15 zusammengeschlossenen 17 wichtigsten Entwicklungsländer Afrikas, Asiens und Lateinamerikas haben eine demokratischere und gerechtere Weltwirtschaftsordnung gefordert. Zum Auftakt eines zweitägigen Gipfeltreffens sagte der ägyptische Staatschef Hosni Mubarak am Montag in Kairo, die Entwicklungsländer verlangten einen fairen Anteil am wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt.

Die G-15-Gruppe hat sich 1989 in Belgrad als Gegengewicht zu den führenden Industrienationen gebildet. Die derzeit 17 Mitgliedstaaten, in denen rund ein Drittel der Weltbevölkerung lebt, sind nur mit zehn Prozent am Welthandel beteiligt. Im Namen der afrikanischen Staaten forderte der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo die Geberländer auf, den Staaten Afrikas die Schulden zu erlassen.

Eine überwiegend positive Bilanz der vor einem Jahr beim Kölner Wirtschaftsgipfel beschlossenen Schuldeninitiative hat Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) bei einer Veranstaltung der Kampagne "Erlassjahr 2000" sowie der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung am Montag in Berlin gezogen. Als neue Qualität hob sie die Verknüpfung des Schuldenerlasses mit einem umfassenden Konzept zur Armutsbekämpfung hervor.

Zurückhaltend äußerte sich die SPD-Politikerin zu Forderungen, die Initiative auf so genannte Schwellenländer auszudehnen. Stattdessen seien diese Staaten zu einer stärkeren Armutsbekämpfung aufgerufen. Bisher seien Bolivien, Mauretanien, Mosambik, Tansania und Uganda Schulden in Höhe von insgesamt 14 Milliarden US-Dollar erlassen worden, bis Jahresende könnten Entscheidungen für weitere 15 hochverschuldete Länder fallen.

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