Politik : Gabriel: Wir dürfen nicht immer so jammern

Wahlkampfauftakt in Niedersachsen / CDU-Herausforderer Wulff will Zuwanderung zum Thema machen

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Hannover (wal/dpa). Mit einer Mischung aus Rockkonzert und TalkShow ist die niedersächsische SPD am Sonntagabend in die heiße Phase des Landtagswahlkampfes gestartet. Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) rief seine Partei in Hannover auf, für den Wahlsieg am 2. Februar zu kämpfen: „Wir wollen wieder die Regierung stellen.“ Vor rund 8000 Anhängern und Gästen traten in der Preussag-Arena der Sänger Peter Maffay und Klaus Meine von der Rockband Scorpions sowie der Kabarettist Ingo Appelt auf. Kanzler-Gattin Doris Schröder-Köpf war anwesend, Gerhard Schröder nahm an der Veranstaltung nicht teil.

Gabriel appellierte an seine Partei, Mut zu Visionen und zu Reformen zu haben. „Die Wahrheit lautet: Dies ist ein reiches Land. Aber damit wir es an unsere Kinder weitergeben können, können wir manches nicht so weitertreiben wie in der Vergangenheit. Und wir dürfen nicht so jammern wie in den letzten Wochen und Monaten.“ Mit Blick auf die Bundespartei sagte Gabriel ihm habe nicht alles gefallen, was dort in den vergangenen Monaten gesagt worden sei. Wichtiger als die Geschlossenheit müsse die Aufgeschlossenheit der Partei sein. Gabriel warnte davor, den Streit um das Zuwanderungsrecht im Wahlkampf zu instrumentalisieren.

CDU-Spitzenkandidat Christian Wulff will dagegen eine Debatte um die Zuwanderung entfachen. „Das Thema Zuwanderung gehört in den Wahlkampf, weil es die Menschen betrifft und interessiert“, sagte Wulff der „Super Illu“. „Wer die CDU wählt, weiß, dass es um die Begrenzung der Zuwanderung geht. Wer Rot-Grün wählt, will mehr Zuwanderung“, sagte er weiter. Der zentrale Wahlkampfauftakt der CDU soll am kommenden Sonntag in Braunschweig mit den Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU) und Edmund Stoiber (CSU) stattfinden.

Die FDP bekräftigte bei ihrem zentralen Wahlkampfauftakt in Hannover ihr Ziel, nach 13 Jahren SPD-Regierung gemeinsam mit der CDU einen Machtwechsel herbeizuführen. Die FDP sei bereit, mit der Union eine „Koalition für einen Neuanfang in Niedersachsen“ zu bilden, sagte Landeschef und Spitzenkandidat Walter Hirche. „Niedersachsen braucht einen Regierungswechsel.“

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