Politik : Ganz schön cool

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

In diesen heißen Wahlkampfzeiten geraten Politiker manchmal ganz schön ins Schwitzen. Immer dann, wenn die Umfragewerte für die eigene Partei nicht stimmen, wenn Fernseh-Moderatorinnen in Talkshows kritische Fragen stellen und wenn der politische Gegner massiv Druck macht. Auch bei uns hinter den Linden hinterlässt der Wahlkampf den einen oder anderen Schweißtropfen auf der Stirn. Etwa wenn wir über der Frage brüten, ob denn nun Gerhard Schröder oder Edmund Stoiber das Fernseh-Duell gewonnen hat. Oder wenn wir darüber grübeln, wer denn nun künftig mit welcher Regierungsmannschaft unser Land regieren wird. Und dann auch noch diese hochsommerlichen Temperaturen! Und da soll einem nicht warm werden?

Andernorts geht man in der Hauptstadt viel gelassener mit dem Wahlkampf um – oder auf Neudeutsch gesagt: mit Coolness. So etwa im Presseamt der Bundesregierung. Liegt das etwa daran, dass die Mitarbeiter den Bundestagswahlen im September völlig ohne Gefühlsregung entgegensehen? Wo es doch in diesem Jahr so spannend ist wie nie zuvor? Ein Besuch vor Ort belehrt uns eines Besseren. Die Räume sind auf beinahe winterliche Temperaturen gekühlt – die Klimaanlage arbeitet auf Hochtouren. Eine Mitarbeiterin des Bundespresseamtes hat deshalb in ihrem Büro sogar einen Heizlüfter stehen, der gegen die Eiseskälte ankämpft. Im Sommer wolle sie schließlich nicht mit einem Wollpullover bekleidet ins Büro gehen, rechtfertigt sich die Dame. Vielleicht sollten die verschwitzten Wahlkämpfer öfter mal einen Abstecher an die Spree machen, um danach wieder cool in den Wahlkampf ziehen zu können? Cordula Eubel

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