Gaza : EU bereitet Hilfe vor

Die Waffenruhe im Gazastreifen hält und der israelische Abzug ist beinahe beendet. Die EU will nun der durch den dreiwöchigen Krieg gebeutelten Bevölkerung helfen. Erste Kundschafter sind schon unterwegs.

Brüssel/Tel AvivDie EU bereitet humanitäre Hilfe für den Gazastreifen nach dem Ende der israelischen Militäraktion gegen die Hamas vor. EU-Entwicklungskommissar Louis Michel kündigte am Dienstag in Brüssel an, er wolle sich am kommenden Sonntag und Montag in Gaza ein Bild über die am dringendsten notwendige Hilfe machen. Die Prager EU-Ratspräsidentschaft teilte mit, drei tschechische Experten seien unterwegs, um den Bedarf für humanitäre Hilfe abzuschätzen.

Die EU hatte im vergangenen Jahr bereits 73 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zugunsten der Palästinenser ausgegeben. Davon gingen nach Angaben der EU-Kommission rund 56 Prozent in den Gazastreifen. Bereits unmittelbar vor dem Beginn der israelischen Aktion gegen die Hamas, die von der Europäischen Union als Terrororganisation betrachtet wird, hatte die EU 10,4 Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereitgestellt. In einer Erklärung Michels heißt es, wichtig sei nun vor allem, dass die Hilfe rasch zu den Bedürftigen gelange.

Truppenabzug bis zum Nachmittag

Zwei Tage nach Inkrafttreten einer Waffenruhe hat Israel unterdessen weiter Truppen aus dem Gazastreifen abgezogen. Eine Armeesprecherin sagte: "Wir setzen den schrittweisen Rückzug fort." Es seien jedoch weiterhin Soldaten in dem Palästinensergebiet. Es wurde erwartet, dass Israel den Abzug bis zum Nachmittag abschließt. Er sollte nach Medienberichten bis zur Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama beendet sein. Dafür gab es jedoch von der Armee keine offizielle Bestätigung.

Die Militärsprecherin sagte, während der Nacht seien keine Raketen auf Israel abgefeuert worden und Israel habe keine Angriffe im Gazastreifen unternommen. Die letzte Rakete sei am Sonntagnachmittag aus dem Gazastreifen abgeschossen worden. Die Armee begann auch die Untersuchung von Vorfällen während des dreiwöchigen Militäreinsatzes, bei denen Zivilisten getötet wurden.

Die Zahl der Toten wurde von palästinensischen Rettungsdiensten mit mehr als 1310 angegeben, davon etwa 40 Prozent Frauen sowie Jugendliche und Kinder. Mehr als 5500 Menschen wurden verletzt. Auf der israelischen Seite kamen drei Zivilisten und zehn Soldaten bei Raketenangriffen und Kämpfen ums Leben. (sf/dpa)

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