Gaza : Palästinenser demonstrieren gegen Bush-Besuch

US-Präsident Bush ist zu seiner Nahost-Reise noch gar nicht aufgebrochen, da gibt es auch schon Proteste. In Gaza gingen hunderte Palästinenser auf die Straße. Unterdessen wurde bekannt, dass Bush im Rahmen seiner Reise auch im Irak erwartet wird.

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In Gaza ist US-Präsident Bush nicht besonders willkommen. -Foto: AFP

Gaza/Jerusalem/BagdadIn Gaza schwenkten Palästinenser Fotos des US-Staatschefs George W. Bush und des israelischen Regierungschefs Ehud Olmert, auf denen diese als "Terroristen" gebrandmarkt wurden. Bei ihrem Zug durch die Stadt trugen die Demonstranten rund 30 leere Särge mit den Namen von Palästinensern mit sich, die den Vorwürfen zufolge starben, weil Israel ihnen die Ausreise aus dem Gazastreifen für eine medizinische Behandlung verwehrt habe.

"Wir rufen die internationale Gemeinschaft und die US-Regierung auf, internationales Recht zu beachten und Druck auf Israel auszuüben, die Grenzübergänge zu öffnen, vor allem den in Rafah, damit die Kranken behandelt werden können", sagte der Vorsitzende einer Vereinigung, die der radikalislamischen Hamas nahesteht und die Demonstration organisiert hatte. Bush beginnt am Mittwoch einen dreitägigen Besuch in Israel und den Palästinensergebieten.

Ehemaliger israelischer Botschafter: "Es wird alles nur eine große Show"

Avi Primor, der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, erwartet vom Bush-Besuch im Nahen Osten kaum Impulse für den Friedensprozess. "Es wird alles nur eine große Show", sagte er der "Thüringer Allgemeinen".

In Bagdad wird erwartet, dass Bush während seiner Reise auch einen Abstecher in den Irak machen wird. Die regierungsnahe Zeitung "Al-Sabah" berichtete, Bush werde die irakische Hauptstadt in den kommenden Tagen besuchen. Wegen des Anschlagrisikos machen Politiker, die in den Irak fliegen, ihre Reisepläne meist nicht öffentlich.

Irak: US-Razzia in Kindergarten

Die irakische Regierung drückte unterdessen ihr Erstaunen über eine Razzia der US-Armee in einem Kindergarten aus. In einer Erklärung des Kabinetts hieß es, die Soldaten hätten in dem Kindergarten in Bagdad keine Terroristen oder Waffenlager gefunden. Vier bewaffnete Wächter des Al-Kanari-Kindergartens, der in der Schiiten-Vorstadt Sadr-City liegt, wurden abgeführt. (smz/dpa/AFP)

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