Politik : Geburtenrate im Osten über Westniveau Regierungsbericht

zum Stand der Einheit.

Berlin - Die Bundesregierung beurteilt die Lage in Ostdeutschland offenbar so gut wie noch nie seit der Wende. In ihrem „Bericht zum Stand der deutschen Einheit“ fänden sich in fast allen Bereichen positive Befunde zur Entwicklung im Osten, berichtete die „Bild am Sonntag“. Der Regierungs-Ostbeauftragte Christoph Bergner (CDU) wies allerdings auf weiter bestehende Defizite beim Stand der deutschen Einheit hin.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) stellt den Einheits-Bericht am Mittwoch in Berlin vor. Der Zeitung lag das Papier nach deren Angaben bereits vor. Demnach konnte erstmals die Abwanderung von Ostdeutschen gestoppt werden: „Der Saldo der Binnenwanderung zwischen Ost- und Westdeutschland war 2012 erstmals seit der Wiedervereinigung nahezu ausgeglichen“, zitierte die Zeitung aus dem Bericht. Auch steige die Geburtenrate im Osten wieder an und liege inzwischen über Westniveau.

Weiter heiße es in dem Regierungsbericht, fast eine Generation nach der Wiedervereinigung hätten sich „die ökonomischen Lebensverhältnisse in den ost- und westdeutschen Bundesländern, insbesondere der materielle Wohlstand, deutlich verbessert“. In den vergangenen Jahren sei „aus der einstigen Planwirtschaft eine wissensbasierte Industrieregion mit zunehmend wettbewerbsfähigen Unternehmen geworden“.

So gehörten die ostdeutschen Arbeitnehmer „im Hinblick auf Qualifikation, Engagement und Flexibilität zur weltweiten Spitzengruppe“. Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes sei stark gestiegen und liege über dem EU-Durchschnitt, weit vor Frankreich und Großbritannien.

Eine weitere Stärke der neuen Länder ist demnach die hohe Dichte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, reichten fast an das Niveau in den USA heran, schrieb die Zeitung. Zudem lebten die meisten jungen Deutschen mit Hochschulreife in Sachsen und Thüringen. Die Arbeitslosigkeit sei auf dem niedrigsten Stand seit 1991.

Allerdings heiße es in dem Bericht der Bundesregierung auch: „Die Angleichung an das Wirtschaftsniveau in Westdeutschland hat sich in den letzten Jahren verlangsamt.“ Grund sei eine noch bessere Entwicklung im Westen.AFP

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