Politik : Gedenken an Lagerbefreiung

In den früheren Konzentrationslagern Ravensbrück, Sachsenhausen und Bergen-Belsen ist am Sonntag an die Befreiung der Lager vor 57 Jahren erinnert worden.

In Ravensbrück, wo zahlreiche ehemalige Häftlinge an der Gedenkstunde teilnahmen, stand im Mittelpunkt das Schicksal von "Kinder- Häftlingen", die im KZ geboren wurden oder dort leiden mussten.

Rund 600 Menschen gedachten im früheren KZ Sachsenhausen mit Kranzniederlegungen der Befreiung des Lagers. "Solange unsere Kräfte es uns erlauben, werden wir Zeugnis ablegen, um eine Wissen zu vermitteln, um zu warnen", sagte der Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees, Pierre Gouffault, in Anwesenheit von etwa 50 Überlebenden.

Mit einem Fußmarsch erinnerten zahlreiche Menschen an die Befreiung des KZ Bergen-Belsen. Sie gingen die rund sieben Kilometer lange Strecke von der Bahnrampe am Verladebahnhof Bergen bis in das ehemalige KZ. Für 70 000 Menschen war dies vor fast 60 Jahren der Weg in den Tod. Ein von der Bundeswehr restaurierter Güterwaggon nahe der wieder errichteten Bahnrampe soll die KZ-Transporte veranschaulichen.

Im KZ Ravensbrück waren zwischen 1939 und 1945 rund 130 000 Frauen und 20 000 Männer sowie 1000 Mädchen im Jugendlager Uckermark gefangen, Zehntausende kamen ums Leben. Unter den bislang namentlich nachweisbaren 85 000 weiblichen und männlichen Häftlingen befanden sich 1150 Kinder im Alter bis zu 16 Jahren aus 18 Ländern, darunter 263 jüdische und 162 Sinti-und-Roma-Kinder. Rund 1000 Kinder sind nach Schätzungen im Krankenrevier des KZ auf die Welt gekommen. Kulturministerin Wanke zitierte aus den Erinnerungen einer polnischen Ravensbrückerin, deren Kind 16 Tage nach der Geburt starb: "Die Mutter sah, wie sich ihr Kind von Tag zu Tag veränderte, wie aus einem frischen Kindergesicht ein Greisengesicht wurde, der Körper bedeckt mit Geschwüren und Wunden.

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