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Geheime Dokumente : Palästinenser dementieren Zugeständnisse an Israel

Al-Dschasira macht auf Wikileaks: Der arabische Sender veröffentlicht Papiere nach denen die Palästinenser Israel für einen eigenen Staat weit entgegen kommen würden. Die Palästinenser bezeichnen das als "Lüge".

Mahmud Abbas
Mahmud AbbasFoto: dpa

Die Palästinenser haben vehement Berichte dementiert, wonach sie bei den Nahostverhandlungen seit zwei Jahren zu weitreichenden Zugeständnissen in der Jerusalem-Frage bereit waren. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira hat im Stil der Enthüllungsplattform Wikileaks eine Sammlung von Geheimdokumenten zu den Nahost-Friedensverhandlungen veröffentlicht.

Daraus geht unter anderem hervor, dass die Palästinenser unter Präsident Mahmud Abbas seit zwei Jahren zu weitreichenden Zugeständnissen in Bezug auf die Stadt Jerusalem bereit sind. Demnach waren die Palästinenser bei den Verhandlungen mit dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert unter anderem bereit, Israel die meisten jüdischen Viertel auch im arabischen Ostteil der Stadt abzutreten. Bislang forderten die Palästinenser immer ganz Ost-Jerusalem, weil sie dort ihre künftige Hauptstadt einrichten wollen.

Die ersten arabischen Kommentatoren, die sich zu den von Al-Dschasira in der Nacht zum Montag veröffentlichten Dokumenten äußerten, zeigten sich entsetzt von der „Flexibilität“ der palästinensischen Verhandlungsführer. Aus den Gesprächsprotokollen, E-Mails und Karten gehe deutlich hervor, dass die Palästinenser unter Abbas noch viel stärker als unter dem früheren Präsidenten Jassir Arafat aus einer Position der Schwäche heraus agierten.

Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat sagte der Zeitung „Al-Ayyam“ am Montag, es handele sich bei den Berichten um „Lügen und Halbwahrheiten“. „Al-Dschasira“ verfügt nach eigenen Angaben über etwa 1600 geheime Dokumente zu den Nahostverhandlungen - Gesprächsprotokolle, E-Mails und Karten aus den Jahren 1999 bis 2010.

  Wie der im Golfemirat Katar beheimatete TV-Sender in den Besitz dieser Dokumente gelangte, wurde nicht erklärt. Einige Namen und Telefonnummern habe man aus den Dokumenten, die bis zum kommenden Mittwoch nach und nach ins Netz gestellt werden sollen, herausgestrichen, hieß es.

Erekat sagte der Zeitung, das palästinensische Verhandlungsministerium sei bereit, alle seine Dokumente offenzulegen, um zu beweisen, dass die Berichte von „Al-Dschasira“ nicht wahr seien. Arabische Kommentare hatten sich entsetzt über die „Flexibilität“ der palästinensischen Verhandlungsführer geäußert. (dpa)

Die Geheimdokumente auf der Al-Daschasira-Seite unter: http://english.aljazeera.net/palestinepapers/

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