Politik : Geiseldrama auf den Philippinen: Entführte Südafrikanerin auf Jolo verliert ihr Kind

Eine der auf den Philippinen festgehaltenen Geiseln, die Südafrikanerin Monique Strydom, hat eine Fehlgeburt erlitten. Das teilte der Anführer der Geiselnehmer, Galib Andang alias Commander Robot, am Freitag mit. Sie habe sich selbst behandeln müssen. Strydom war eigenen Angaben zufolge bereits vor ihrer Gefangennahme schwanger. Auch den anderen Geiseln, unter ihnen drei Deutsche, gehe es nicht gut, sie hätten stark abgenommen, sagte Andang. Er machte die philippinische Regierung für den Zustand der Geiseln verantwortlich.

Der Rebellenführer erklärte zugleich, die Verteilung von Medikamenten an die zehn westlichen Geiseln werde eingestellt. Damit solle der Druck auf die Regierung in Manila erhöht werden. Seit einem Monat durfte kein Arzt mehr zu den westlichen Geiseln, die die Rebellen getrennt von ihren zehn ostasiatischen Opfern in ihrer Gewalt halten. Unterdessen sind auch die am vergangenen Sonntag gelieferten Lebensmittelvorräte laut Andang alle verbraucht.

Die Geiselnahme auf Jolo und der bewaffnete Konflikt im Süden der Philippinen standen im Mittelpunkt der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), die am Freitag in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur zu Ende ging. In ihrer Abschlusserklärung kündigten die 56 in der OIC vertretenen islamischen Staaten an, dass eine Delegation in die Region reisen werde. Ihr sollen Vertreter aus Indonesien, Libyen, Saudi-Arabien, Bangladesch, Somalia, Senegal, Malaysia und Brunei angehören.

Die Unterhändler der Regierung des philippinischen Präsidenten Estrada versuchten unterdessen weiter, ein Treffen für Verhandlungen mit den Kidnappern zu organisieren. Die Rebellen haben vor wenigen Tagen den europäischen Regierungen Gespräche angeboten. Dies lehnt Manila bisher ab.

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