Politik : Geiseln auf den Phillipinen: Entführter US-Bürger sollte Abu Sayyaf Waffen besorgen

Der auf den Philippinen entführte US-Moslem Jeffrey Schilling hatte nach einem Zeitungsbericht als Kontaktmann für die Rebellengruppe Abu Sayyaf Waffen kaufen sollen. Die Zeitung "Daily Inquirer" zitierte am Sonntag den Rebellensprecher Abu Sabaya mit den Worten, er habe mit Schilling noch vor dessen Ankunft auf der Insel Jolo wegen des Kaufs von Waffen und Nachtsichtgeräten telefoniert. Schilling sei in das Rebellenlager eingeladen worden, um "eine Einkaufsliste und weitere Anweisungen" zu erhalten. Im Lager habe über Details wie die Übergabe der Ausrüstung gesprochen werden sollen. Dem Blatt zufolge geriet Schilling aber mit den Rebellen in Streit und wurde daraufhin von diesen entführt.

Die US-Botschaft war zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen. Die Botschaft hatte nach der Entführung Schillings erklärt, dieser sei auf die Philippinen gereist, um seine Interesse an der Region und dem Islam zu verfolgen. Die USA fordern die bedingungslose Freilassung Schillings.

Die sechs europäischen Geiseln auf der philippinischen Insel Jolo, unter ihnen der Göttinger Marc Wallert, sollen möglicherweise alle zusammen am kommenden Wochenende freikommen. Dies stellte der Chefunterhändler der Regierung, Roberto Aventajado, am Wochenende in Aussicht. In einem Fernsehinterview sagte er, ein zu den Moslemrebellen der Gruppe Abu Sayyaf ausgesandter Kundschafter sei mit "guten Nachrichten" zurückgekehrt, die Befreiung der Geiseln werde vorbereitet. Er warte nun auf die für Montag geplante Rückkehr seines libyschen Kollegen Radschab Assaruk. Danach wollten die Unterhändler ihre Befreiungspläne in die Tat umsetzen.

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