Politik : Gen-Manipulation: Falsch verpackt (Kommentar)

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Genveränderte Lebensmittel - essen wir sie, ohne zu wissen, dass wir es tun? Wo Mais und Soja drin war, da war in mehr als einem Drittel noch anderes "Material" drin? Die Stiftung Warentest gibt auf beides die Antwort: Ja. Das ist nicht beruhigend. Besonders, weil es zu solcher Beunruhigung schon von Rechts wegen nicht hätte kommen dürfen. Immerhin gibt es die Kennzeichnungspflicht für so genannte grüne Gentechnologie. Das betrifft Stoffe, die zu mehr als einem Prozent gentechnisch verändert sind. Wäre nun diese Pflicht ordentlich erfüllt worden, hätte sie doppelt beruhigend gewirkt. Zum einen, weil alle, die einkaufen, sich dann richtig informiert fühlten. Zweitens, weil alle hätten lesen können, dass der manipulierte Anteil eher gering ist: 0,1 Prozent. Und dies bezieht sich zumeist noch auf Zutaten, auf Füll- und Bindemittel. Also keine Panik, bitte. Richtig bleibt trotz allem, dass Ergebnisse dieser Art Misstrauen nähren. Denn den Verbrauchern wird ja offenbar die Möglichkeit der freien Wahl, genveränderte Lebensmittel zu kaufen oder nicht, weiter eingeschränkt. Nur gilt auch hier der alte Grundsatz: Wer nichts zu verbergen hat, sollte es auch nicht tun. Bloß nicht! Die Industrie wäre gut beraten, sich sofort penibel daran zu halten, sonst bleibt ihr eine Verschärfung der Kennzeichnungspflicht bestimmt nicht erspart. Und es gibt doch nichts zu verheimlichen. Oder?

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