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Politik : Genforschung: Für therapeutisches Klonen. Genforscher aber gegen Herstellung einer Menschenkopie

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Einen Tag ist es her, dass sich Rot-Grün darauf geeinigt hat, den von der CDU geforderten Importstopp von humanen embryonalen Stammzellen abzulehnen. Und schon werden Forderungen laut, das therapeutische Klonen zuzulassen. Mehrere Wissenschaftler von führenden Forschungseinrichtungen sagten am Mittwoch, dass die Forschung an embryonalen Stammzellen ohne das therapeutische Klonen zu keinen anwendbaren Therapien führe.

Zum Thema Online Spezial: Die Debatte um die Gentechnik Der Präsident der Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, Detlev Ganten, sowie der US-Genforscher Michael Kyba sagten der "Financial Times Deutschland", das Problem der Abstoßung von verpflanztem Gewebe, könne man nur umgehen, wenn man es aus den Stammzellen eines aus der Zelle des Empfängers geklonten Embryos züchtet. Die Pläne von Bundeskanzler Gerhard Schröder und der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die Forschung an embryonalen Stammzellen zuzulassen, das therapeutische Klonen dagegen nicht, halten sie für wenig sinnvoll. Denn Gewebetransplantate aus fremden embryonalen Stammzellen erfordern die gleiche risikoreiche Schwächung des Immunsystems wie nach der Verpflanzung von fremden Organen.

Auch für das Klonen eines ganzen Menschen, also das Einpflanzen eines geklonten Embryos in die Gebärmutter einer Frau, können sich schon Wissenschaftler begeistern. Der 78-jährige südafrikanische Herzchirurg Christiaan Barnard, der 1967 das erste Herz verpflanzt hatte, sagte in der "Welt": "Wenn sich ein Paar genau so ein Kind wünscht und hinterher damit überglücklich ist, warum soll man ihm nicht dazu verhelfen?" Hans Evers, der Präsident der europäischen Gesellschaft für menschliche Reproduktion und Embryologie, verurteilte das reproduktive Klonen dagegen scharf. Derart unethisches Verhalten gefährde den bisher guten Ruf der reproduktiven Medizin, sagte er. Bereits das Klonen von Tieren, habe sich als sehr problematisch erwiesen. Viele der Tiere waren missgebildet.

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