Politik : Gentechnik: Müntefering betont Chancen von PID

Robert Ide

In der Debatte um Grenzen und Möglichkeiten der Gentechnik hat sich SPD-Generalsekretär Franz Müntefering zur umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID) bekannt. "PID ist eine Chance, wenn man sie auf besonders schwerwiegende Risiken eingrenzt", sagte er nach der SPD-Präsidiumssitzung am Montag in Berlin. Allerdings dürfe die Nutzung von PID, bei der im Labor gezeugte Embryonen auf Genschäden getestet werden, nicht zur Selektion menschlichen Lebens führen. Müntefering ordnete seine Äußerung als "persönliche Einschätzung" und "vorläufige Position" ein. Die SPD will sich bis Herbst über ihren Standpunkt in der Gendebatte klar werden.

Zum Thema Online Spezial: Die Debatte um die Gentechnik

Zum Thema Online Spezial: Die Debatte um die Gentechnik Nach Aussage von Müntefering herrschte im SPD-Präsidium Einigkeit darüber, das geltende Embryonenschutzgesetz beizubehalten. Ein Import von embryonalen Stammzellen aus dem Ausland sei damit "nicht ausgeschlossen". Bislang ist der Import von Stammzellen zu Forschungszwecken rechtlich zulässig, eine Gewinnung der Zellen in Deutschland dagegen verboten. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) hatte für die Einfuhr von Stammzellen aus Israel plädiert.

In der SPD gehen die Meinungen darüber weit auseinander. Forschungsministerin Edelgard Bulmahn will PID und die Forschung an embryonalen Stammzellen in engen Grenzen zulassen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt vertritt eine ähnliche Position. Dagegen lehnt Justizministerin Herta Däubler-Gmelin diese Forschung kategorisch ab. SPD-Ethikexperte Wolfgang Wodarg forderte zudem Grenzen für Routine-Untersuchungen von ungeborenen Kindern im Mutterleib auf Genschäden. Die Union will Import und Forschung mit embryonalen Stammzellen verhindern und fordert eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes. Auch die Grünen wollen der Gentechnik enge Grenzen setzen.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben