Politik : Gentechnik: Vorerst Verzicht auf Experimente mit Embryonen

Ein unterschiedliches Echo haben die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vorgelegten Empfehlungen zur Embryonenforschung ausgelöst. Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD), die Deutsche Bischofskonferenz, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sowie Vertreter von CDU und PDS kritisierten, dass die DFG die Tötung menschlicher Embryonen zur Gewinnung von Stammzellen erlauben wolle. Die FDP begrüßte den "Kurswechsel", da er dazu beitrage, Deutschland in der Stammzellenforschung voranzubringen. Am Donnerstag hatte die DFG ein Grundsatzpapier beschlossen, in dem sie dafür eintritt, dass Wissenschaftlern die Forschung an menschlichen Embryonen erlaubt werden soll. Am Freitag teilte die DFG mit, dass sie den Antrag für zwei Monate zurückstellt und damit einer Bitte Bulmahns folge.

Die Bundesforschungsministerin mahnte, neue Regelungen dürften "nicht im Hau-Ruck-Verfahren" eingeführt werden. Die Frage gehöre in den Ethikrat. Ihre Sprecherin erklärte, die Ministerin setze weiterhin auf die Forschung an Stammzellen bereits geborener Menschen.

Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte dem Tagesspiegel am Freitag, dass die Frage im Parlament diskutiert und entschieden werden müsse. Den Ethikrat lehnte er als "Alibi" ab. Am Ende der Diskussion werde Bundeskanzler Gerhard Schröder wieder nur ein "kraftvolles Basta" sprechen. "Ich sehe in dem Ethikrat eine schleichende Entparlamentarisierung der Republik", so Merz.

Die Bischofskonferenz kritisierte, der Beschluss der DFG bedeute eine "Besorgnis erregende Aushöhlung des Embryonenschutzes". Frühes menschliches Leben für Forschungszwecke zu töten, widerspreche nicht nur dem biblischen Menschenbild, sondern auch der deutschen Rechtsordnung. Dagegen begrüßte die FDP den Kurswechsel. Die DFG zeige ihren Willen, Deutschland in der Stammzellforschung voran zu bringen, erklärte die Vorsitzende des Forschungsausschusses, Ulrike Flach.

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