Politik : Geschlagen, gedemütigt und bedroht

Das Internationale Rote Kreuz dokumenierte bereits im Februar die Folterpraktiken der US-Armee in den irakischen Gefängnissen

-

Genf (Tsp). Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) haben in einem internen Bericht die systematischen Foltermethoden im Bagdader AbuGhraib-Gefängnis dokumentiert. In dem 24-seitigen Papier kommt das IKRK eindeutig zu dem Schluss, dass es sich bei den Misshandlungen nicht um willkürliche Einzeltaten gehandelt habe. Dem Bericht zufolge waren im Abu-Ghraib-Gefängnis bei Bagdad Brutalität und Demütigungen an der Tagesordnung. Wir dokumentieren die vom IRKR vor Ort festgestellten üblichen Foltermethoden:

Den Gefangenen wurden Mützen übergestülpt, um ihnen Sicht und Orientierung zu nehmen und das Atmen zu erschweren. Das Überstülpen von Mützen wurde bisweilen auch mit Schlägen kombiniert, um die Angst zu steigern. Es wurde angewandt entweder für einige Stunden, in anderen Fällen jedoch für einen Zeitraum bis zu vier Tagen.

Gefangene wurden mit Plastikbändern gefesselt, die so stramm gezogen waren, dass sie Hautwunden verursachten, teilweise aber auch Langzeitschäden an den Nervensträngen.

Gefangene wurden mit harten Gegenständen geschlagen, darunter Pistolen und Gewehre. Sie wurden gegen die Beine, in die Hoden oder in die Rippen getreten.

Gefangene wurden mit Stiefeln mit dem Gesicht zu Boden gedrückt.

Gefangenen wurde mit zusätzlichen Folterungen gedroht, mit Misshandlungen von Familienmitgliedern, mit der Hinrichtung oder der Verlegung nach Guantanamo.

Gefangene mussten völlig nackt tagelang in winzigen, komplett dunklen Einzelzellen ausharren.

Andere Gefangene in solchen Einzelzellen wurden systematisch am Schlafen gehindert. Sie bekamen nichts zu essen, durften sich nicht waschen und wurden an jeglichem Kontakt zur Außenwelt gehindert.

Männliche Gefangene mussten sich nackt außerhalb der Zellen aufstellen. Sie mussten Frauenunterwäsche über den Kopf ziehen und in dieser Haltung stundenlang verharren, verlacht von den Wächtern.

Gefangene wurden tagsüber nackt für mehrere Stunden an ihre Zellentür gekettet, oft in schmerzhaften Positionen.

Gefangene mussten mit Kapuzen stundenlang in der brütenden Sonne ausharren bei Temperaturen über 50 Grad Celsius.

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben