Gesundheit : 25 Milliarden Dollar sind für die Aids-Bekämpfung nötig

Unaids schlägt Alarm: Für den Kampf gegen Aids benötigen die betroffenen Länder bis 2010 mindestens 25 Milliarden US-Dollar, um unverzichtbare Vorbeugung und Behandlung zu finanzieren.

Aids
Aids ist Südafrikas größte Herausforderung.Foto: ddp

Johannesburg "Wir können uns nicht von der Finanzkrise lähmen lassen", betonte der neue Direktor des Aidsprogramms der Vereinten Nationen (Unaids ), Michel Sidibé, am Dienstag nach einem Besuch des bei Kapstadt (Südafrika) gelegenen Townships Khayelitsha. "Eine Mutter sollte nicht vor die Wahl gestellt werden, ob sie ihre Aidsbehandlung fortsetzt oder ihre Kinder ernährt." Der nötigte Betrag liege um 11,3 Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro) über dem, was heute verfügbar sei.

"Es wird nicht einfach sein, diese Kluft zu schließen, aber es ist möglich und absolut notwendig", sagte Sidibé. In einem ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Bericht mit dem Titel "Was Länder brauchen: Benötigte Investitionen für die 2010-Ziele" heißt es, rund ein Drittel der nötigen 25 Milliarden Dollar komme aus den betroffenen Ländern - damit blieben 17 Milliarden, die von Geberländern und - organisationen aufgebracht werden müssten.

Prävention, Behandlung, Medikamente

Mehr als 100 betroffene Länder haben selbstgesteckte Ziele für den Kampf gegen Aids bis 2010 aufgestellt - etwa einen universellen Zugang zu Aids-Prävention, -Behandlung und -Medikamenten. Auf diesem Weg könnten bis Ende 2010 Schätzungen zufolge 2,6 Millionen Neuinfektionen und 1,3 Million Aids-Todesfälle vermieden werden, hieß es. Rund 6,7 Millionen Infizierte sollen dann lebensverlängernde, antiretrovirale Medikamente erhalten.

Das südliche Afrika bleibt weltweit die am schlimmsten von der Immunschwäche-Krankheit betroffene Region, dort leben zwei Drittel aller Betroffenen (67 Prozent). Hier wurden 2007 drei Viertel aller Aidstoten registriert. Allerdings habe es seit 2001 enorme Fortschritte bei der Aidsbekämpfung gegeben, betonte Sidibé. Bis Ende 2007 sei die Zahl der jährlichen Neuinfektionen von 3 Millionen in 2005 auf 2,7 Millionen gefallen. Rund 4 Millionen Aidsinfizierte erhielten heute lebensverlängernde antiretrovirale Medikamente. (mpr/dpa)

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