Gesundheit : Arzthelferinnen sollen mehr Kompetenzen erhalten

Die überlasteten Hausärzte sollen künftig mehr Aufgaben an Arzthelferinnen deligieren können, um selbst mehr Zeit für Patienten zu haben. Dafür müssten die Hilfskräfte allerdings eigens geschult und wohl auch besser bezahlt werden.

BerlinZur Entlastung der überbeanspruchten Hausärzte sollen Arzthelferinnen nach einem Experten-Vorschlag künftig mehr Aufgaben übernehmen. Durch den Mangel an Allgemeinmedizinern und durch die wachsende Zahl an chronisch kranken und älteren Patienten sind dringend neue Strukturen in den Arztpraxen nötig, meint Burkhard John, Präsident der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt.

Gerade in den neuen Bundesländern sind Hausarztpraxen stark überlastet. In den nächsten Jahren werde sich dies noch verschärfen, betonte ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Arzthelferinnen sollten in Zukunft etwa routinemäßige Hausbesuche bei chronisch Kranken übernehmen, findet John. Auch bestimmte Beratungsgespräche könnten sie den Medizinern abnehmen. Denkbar ist ebenso, dass die Helferinnen anhand von Checklisten telefonisch den Gesundheitszustand von chronisch kranken Patienten abfragen und die Daten an den Hausarzt weitergeben. Derartige Arbeitsteilungen werden in Modellversuchen in mehreren Bundesländern bereits erprobt.

Kommt bessere Bezahlung für Artzhelferinnen?

80 Prozent der Beratungen in Hausarztpraxen beträfen chronische Erkrankungen, sagt Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main. Viele der Routinearbeiten bei dieser Patientengruppe könnten den Medizinern abgenommen werden.

Die Arzthelferinnen müssen für die neuen Aufgaben intensiv geschult werden, betont John. Dies verursacht mehr Kosten, auch weil diese Mitarbeiterinnen anschließend besser bezahlt werden müssten. Gleichzeitig gewinne ein Mediziner durch das Delegieren von Aufgaben viel Zeit. Dadurch könne er deutlich mehr Patienten versorgen und diese intensiver betreuen. (jvo/ddp)

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