Politik : Gipfeltreffen USA - Russland: Bush und Putin loben gegenseitiges Vertrauen

Paul Kreiner

Als "über die Erwartungen gut und äußerst offen" hat Russlands Präsident Wladimir Putin das erste Gipfeltreffen mit seinem amerikanischen Kollegen George W. Bush bezeichnet. Auch Bush äußerte sich höchst zufrieden mit dem knapp zweistündigen Gespräch im slowenischen Brdo. "Jenseits der Mentalität des Kalten Krieges" sei nun die Basis für einen neuen Dialog zwischen den USA und Russland gelegt worden, sagte Bush am frühen Samstagabend: "Es ist jetzt an der Zeit, eine neue Geschichte zu schreiben."

Konkret wurde auf Schloss Brdo, der früheren Tito-Residenz, nur vereinbart, dass die Außen- und Verteidigungsminister beider Seiten über das von Bush geplante, von Putin aber scharf kritisierte Raketen-Abwehrsystem im Weltraum reden sollen. Beide Seiten betonten die Verantwortung ihrer Länder für den Weltfrieden, Putin aber verlangte erst noch eine genaue Analyse jener "Bedrohungen des 21. Jahrhunderts", vor denen das Raketen-Abwehrsystem schützen soll. Putin berief sich mit ausgesprochener Genugtuung und Freude auf Bushs Aussagen, denen zufolge Russland kein Feind, sondern guter Partner sei: "Wir könnten vollkommen gute Verbündete sein", sagte Putin. Beide Präsidenten versicherten, sie hätten in den "sehr direkten" Gesprächen auch eine gute persönliche Basis für ihre Beziehungen gefunden. Als Zeichen dafür sagte Putin, er habe "Bush nicht nur nach Russland eingeladen, sondern zu mir nach Hause". Und auf die Frage eines amerikanischen Journalisten, ob Präsident Putin ein vertrauenswürdiger Partner sei, antwortete Bush: "Sonst hätte ich ihn nicht auf meine Ranch eingeladen."

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