Politik : Gleichgewicht der Systeme

Osteopathen versuchen, ohne Medikamente und Chirurgie auszukommen

Anke Sprenger

„Gesundheit zu finden, sollte das Ziel des Osteopathen sein. Krankheit kann jeder finden“, meinte der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still, der vor über 130 Jahren die Osteopathie begründete. Still suchte nach einem neuen Verständnis von Gesundheit und Krankheit – nach einer Behandlungsmethode, die ohne Medikamente und Chirurgie auskommt. Zu Beginn seiner Forschungen studierte er die Knochen (lat.: osteon = Knochen).

„In der Osteopathie betrachten wir den Menschen als eine Einheit. Im Unterschied zur klassischen Orthopädie behandeln wir nicht die Symptome einer Krankheit, sondern suchen nach den Ursachen und ordnen sie in das Gesamtkörpersystem ein“, erklärt Edgar Hinkelthein, zweiter Vorsitzender des Verbandes der Osteopathen Deutschlands, Orthopäde und seit fünf Jahren Osteopath. „Denn Osteopathen verstehen Gesundheit als Gleichgewicht aller Systeme des Organismus.“ Drei große Systeme des menschlichen Körpers werden in der Osteopathie unterschieden: der Bewegungsapparat (parietale Osteopathie), die inneren Organe (viszerale Osteopathie) und das Nervensystem mit den umhüllenden Geweben (kraniosakrale Osteopathie). Körperstrukturen wie Organe, Muskeln und Gelenke ertastet der Osteopath dabei mit seinen Händen.

Im Durchschnitt dauert eine osteopathische Behandlung 30 bis 60 Minuten. Nach viermaliger Behandlung sollte eine deutliche Verbesserung des Beschwerdebildes erreicht worden sein. Eine Behandlung kostet zwischen 60 und 130 Euro. Vor Behandlungsbeginn wird empfohlen, die Kostenübernahme mit der Krankenkasse zu klären.

Weiteres im Internet:

www.osteopathie.de

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